Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hier geht’s nicht: Gemeinde Giesen sucht neuen Platz für Glasfaser-Verteilerkasten

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 20.03.2019.

Ärger um Anlage für geplante Internet-Versorgung / Landkreis trifft Entscheidung

Von Alexander Raths

Giesen. Der Landkreis Hildesheim lehnt den geplanten Standort eines Glasfaser-Verteilerkastens für die künftige Internet-Versorgung im Ort Giesen ab. Die Technik in dem garagenähnlichen Gebäude soll jedenfalls nicht auf einer Grünfläche installiert werden.

„Bitte nicht in dieser grünen Oase“ – so lautete die Forderung. Mehrere Bürger hatten in politischen Gremien der Gemeinde Giesen ihrem Unmut Luft gemacht.

Dabei ging es um den Standort für einen Verteilerkasten für die Glasfaserversorgung in Giesen an der Ecke Südbeeke/Küsterstraße. Die Bürger fürchteten Lärm und Elektrosmog – Belästigungen, die aus ihrer Sicht von dem Häuschen ausgehen dürften. Das sollte ausgerechnet in einem Refugium mit Ruhebänken samt Ententeich geschehen – eigentlich ein Regenrückhaltebecken. Und auch ein Bereich in der Nähe des Giesener Rathauses, den etliche Spaziergänger zur Naherholung regelmäßig ansteuern.

Dort sollte also die Anlage auf gut 20 Quadratmetern untergebracht werden – zum Ärger etlicher Bürger. Aber: Nach Angaben des Unternehmens Deutsche Glasfaser, das den Ausbau in der Kommune betreibt, gehe von solch einem Verteilerkasten keine Gefahr aus. Die Bürger wollten das Gehäuse dennoch nicht in ihrer Nähe sehen. „Das wäre für die Nachbarschaft blöd, solch einen Kasten vor der Haustür zu haben“, sagt eine Anwohnerin, die ebenfalls die Pläne der Kommune und des Unternehmens kritisiert hatte. Die Firma will den Ausbau des Netzes im gesamten Gemeindegebiet noch bis zum kommenden Herbst abschließen.

Aus Sicht der Kreisverwaltung ist der Standort an dem von Bäumen gesäumten Gewässer jedenfalls ungeeignet. Nun muss die Kommune einen neuen Platz für das Häuschen suchen. Wie lange dies dauert und wo es letzten Endes gebaut wird, ist derzeit noch offen.

Die Giesener Verwaltung geht zumindest davon aus, dass der Glasfaser-Ausbau für die Haushalte in diesem Jahr wie geplant weitergehe – „voraussichtlich“.