Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hildesheim hält Grenzwert für Stickoxid ein

Veröffentlicht von Rainer Breda am 11.07.2019.

Hildesheim - Die Stadt wird 2019 aller Voraussicht nach erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt den EU-Grenzwert für Stickoxid einhalten. Davon geht das niedersächsische Umweltministerium angesichts der Messergebnisse in den ersten sechs Monaten dieses Jahres aus.

In der Europäischen Union sind im Jahresmittelwert 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erlaubt. Diese Marke werde in diesem Jahr wahrscheinlich nicht überschritten, sagte Ministeriumssprecherin Justina Lethen der HAZ. Diese Einschätzung beruht auf den Resultaten der Messstation des Hildesheimer Gewerbeaufsichtsamtes (GAA) für das erste halbe Jahr. Danach liegt der Durchschnittswert derzeit bei 37 Mikrogramm.

Fahrverbote vermeiden

Das GAA hat in der Schuhstraße etwa seit Mitte der 2000er-Jahre durchgängig Durchschnittswerte über 40 Mikrogramm ermittelt, allerdings mit stetig fallender Tendenz. So betrug der Wert für das Vorjahr nur noch 41 Mikrogramm. Ob das vor allem an den Abbiegeverboten in die Schuhstraße liegt, die die Stadt zum Jahresanfang 2018 an drei Stellen erlassen hatte, ist nicht klar. Das Rathaus will mit den Regelungen etwaige Klagen der Deutschen Umwelthilfe und damit Fahrverbote vermeiden.

Fest steht, dass die Luftqualitäts-Messstationen in Niedersachsen ordnungsgemäß postiert sind: Das hat der am Mittwoch vorgestellte Abschlussbericht einer Untersuchung des Bundesumweltministeriums und des TÜV Rheinland ergeben. Das Gutachten bestätige seine Einschätzung, dass das GAA gute Arbeit geleistet habe, kommentierte dies der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies. Die Hildesheimer Behörde ist für die Überwachung der Luftqualität im Land zuständig.

Messstation bleibt, wo sie ist

Für Hildesheim bedeutet das Ergebnis der Untersuchung, dass die Messstation in der Schuhstraße dort bleibt, wo sie ist – nämlich auf einem Parkplatz am Fahrbahnrand etwa in Höhe des früheren Papiergeschäfts Wichmann. Ob das GAA dazu zusätzlich ein anderes Messgerät an einem Haus in der Nähe anbringt, entscheidet sich, wenn Ende 2019 der Jahresmittelwert vorliegt. Sollte er wider Erwarten doch höher als der Grenzwert sein, kommt der Passivsammler.

Hintergrund: Das Land will die Stickoxid-Jahresbelastung nicht mehr an der Straße, sondern an der Wohnbebauung erfassen. Denn die Ergebnisse dort seien maßgeblich für die Jahresbelastung, meint Lies. „Dieser Wert ist wichtig, um die gesundheitliche Belastung der Bürger zu ermitteln und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.“ Das Ministerium wolle eine Differenzierung zwischen den Werten erreichen. Die Resultate an der Straße sollten für ein Fahrverbot nicht herangezogen werden.