Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hildesheim: Geständnis von mutmaßlichen Einbrechern

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 13.08.2019.

Hildesheim - Im Prozess wegen Bandendiebstahls gegen fünf Angeklagte aus Georgien ist ein Ende in Sicht. Die Beweisaufnahme ist beendet.

Nach einer sogenannten Verständigung der Verfahrensbeteiligten haben vier der Angeklagten nun umfassende Geständnisse abgelegt und die vorgeworfenen Taten eingeräumt. Im Gegenzug hat die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rainer de Lippe die Strafrahmen für die Angeklagten festgelegt. Am nächsten Verhandlungstermin, dem 30. August, werden die Plädoyers erwartet.

Schaden: 8000 Euro

Es geht in dem Prozess um drei Einbrüche in Wohnungen in Hildesheim und einen Versuch sowie einen weiteren Einbruch in Laatzen in der Zeit zwischen Juli und Dezember 2018. In Hildesheim griffen die Diebe drei Mal in Itzum zu, einmal in Himmelsthür.

Die Täter nahmen dabei Bargeld und Wertgegenstände wie Schmuck, Lap-Tops oder Playstation mit. Der Schaden wird laut Anklage auf 8000 Euro beziffert. Einmal hatten die Täter schon einen Balkon erklommen und versuchten die Tür aufzuhebeln, als eine Zeugin sie bemerkte und sie flüchteten. Stets sollen zwei Männer schlecht einsehbare Tatorte ausgesucht haben – zwei hatten offenbar die Aufgabe, die Objekte vorher auszubaldowern.

Polizei wertet Funkzellen aus

Bei den fünf Angeklagten handelt es sich um Männer zwischen 28 und 36 Jahren, die als Asylbewerber aus Georgien nach Deutschland gekommen sind. Das Zimmer eines 33-Jährigen im Asylbewerberheim in der Senkingstraße diente als Treffpunkt für die Einbrecher. Zeitweilig hielt sich der 33-Jährige auch bei seiner deutschen Lebensgefährtin in Würzburg auf. Der älteste der Angeklagten lebte mit Frau und Kind in Braunlage.

Die Polizei sei vor allem durch die Funkzellen-Auswertung der Tatzeiten und Tatorte auf die Männer aufmerksam geworden, so der Sprecher des Landgerichts Richter Steffen Kumme. Teilgeständnisse habe es schon im Ermittlungsverfahren gegeben.

Diese Strafen drohen

Die beiden Hauptangeklagten müssen nun mit Freiheitsstrafen von mindestens zwei Jahren und zehn Monaten, höchstens vier Jahren rechnen. Zwei der Männer waren nur an jeweils einer Tat beteiligt, so dass Bewährungsstrafen möglich sind. Einer der Angeklagten ist bereits in anderer Sache zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Gegen ihn könnte das Verfahren eingestellt werden.

Bei Verurteilung zu einer Haftstrafe wäre es grundsätzlich möglich, die Strafe nach zwei Dritteln zur Bewährung auszusetzen, wenn die Verurteilten das Land verlassen, erläutert Kumme. Bei Wiedereinreise müssten sie dann die Reststrafe verbüßen. Über die Abschiebung entscheide aber nicht das Gericht, sondern die Ausländerbehörde.