Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hildesheimer Band auf dem Weg zum Wacken Open Air

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 10.07.2019.

Hildesheim/Wacken - Der Weg nach Wacken ist weit. Source Of Rage weiß ein Lied davon zu singen. Vor zwei Jahren haben die sich Hildesheimer und Gronauer schon einmal für die „W:O:A Metal Battle“ beworben, dem größten Metal-Band-Wettbewerb der Welt. Hunderte von Gruppen nehmen daran teil, pro Land kann sich maximal eine qualifizieren und beim Kultfestival auftreten.

In diesem Jahr läuft es besser, Source Of Rage ist kurz vorm Ziel. Die Vorausscheidung für Norddeutschland in der Hamburger Markthalle haben sie gewonnen, jetzt geht es zum Deutschland-Finale beim Dong Open Air in der Nähe von Duisburg. Empyreal oder Source Of Rage: Donnerstag entscheidet die Jury, welche der beiden Bands beim Wacken Open Air, kurz WOA, dabei ist.

Die Hildesheimer Band besteht aus den drei Brüdern Marko, Riko und Thilo Krause sowie Oliver Roffmann: Gitarrist und einziges Bandmitglied ohne Kinnbart. Die Brüder, 25 bis 28 Jahre alt, spielen schon seit 2010 zusammen, Roffmann ist drei Jahre später auf Empfehlung eines Freundes dazugestoßen. Motor ist der Bandälteste, Marko Krause.

Zum Mitmachen überredet

Ob er die Brüder damals zum Mitmachen gezwungen hat? „Das nicht.“, sagt Riko Krause, „aber schon überredet.“ Vor allem bei der Wahl des Instrumentes. Eigentlich waren Riko und Thilo beide Trommler – bis Marko einfach einen Bass kaufte und sagte: „Einer von euch muss den jetzt spielen.“

Thilo bekam den Job – und hat heute eine Menge zu tun. Seit Marko vor einigen Jahren die Gitarre beiseite gelegt und den Part des Shouters übernommen hat, produziert die vom Melodic Death Metal geprägte Band ihren Sound nur noch mit einer Gitarre. Das bedeutet mehr Arbeit für Oli Roffmann, aber auch für Thilo Krause: „Er macht auf jeden Fall mehr als ein Standardbassist“, sagt sein Bruder Riko anerkennend.

Warum ausgerechnet Metal? „Mich hat diese hochenergetische Musik fasziniert“, sagt Marko Krause. Manchmal purer Lärm, dann wieder Melodien, die der Klassik entlehnt sind, starke Grooves. Er höre auch gerne andere Musik, sagt Krause, doch nach 30, spätestens 45 Minuten habe er genug davon. „Das ist nur beim Metal nicht so“, fügt er hinzu, „weil es so vielseitig ist.“ Es gibt Leute, die das durchaus anders sehen, der Frontmann hat aber eine Erklärung dafür: „Das kann man mit gutem Whiskey vergleichen. Wer keine Ahnung davon hat, denkt, das schmeckt wie Nagellack-Entferner.“

Kaum Nervosität

Ohne die zweite Gitarre entfallen die prägnanten zweistimmigen Gitarren-Leads, die man vom Melodic Death Metal kennt. Source Of Rage hat sich deshalb einen anderen Stilnamen gesucht, Melodic Groove Metal. Bands wie Gojira, In Flames, Children of Bodom, Lamb Of God oder Machine Head gehören zu den Inspirationsquellen. Einen Geschmack für den Sound der Hildesheimer vermittelt die 2017 veröffentlichte CD „Realise the Scope“.

Beim Halbfinale in Hamburg setzte sich Source Of Rage gegen vier andere Bands durch. Ob sie nervös waren? „Eigentlich kaum“, antwortet Riko Krause und Oliver Roffmann meint: „Ich bin eigentlich nie nervös.“ Die Band sei gut vorbereitet gewesen und habe sich entsprechend sicher gefühlt, ergänzt Marko Krause, „aber eine positive Anspannung war schon da“.

Außerdem haben die Hildesheimer einen kleinen Vorteil, verrät Riko Krause: „Wir sind wahrscheinlich eine der wenigen Bands, die nüchtern spielen. Auch wenn alle sagen: Das ist ja voll un-metal.“ Dafür fällt der Drummer nicht vom Hocker, weil er zu besoffen ist – was sonst durchaus mal vorkommt.

Disziplin ist wichtig

Zweimal die Woche probt die Band in Sarstedt, obwohl die Mitglieder beruflich alle gut zu tun haben: als Landschaftsplaner, Architekt, Energietechniker und angehender Maschinenbauer. „Das Zeitmanagement hat ganz viel mit Disziplin zu tun“, sagt Marko Krause.

Falls es mit dem Wacken Open Air klappen sollte, haben die Vier eine klare Vorstellung, was sie erwartet. Viermal sind sie als normale Gäste dort gewesen, „quasi Bandurlaub“. 2014 war es brettheiß, im Jahr darauf komplett verregnet, „sozusagen knietief unter Wasser“. „Aber eigentlich ist es völlig egal, was für ein Wetter ist“, sagt Marko Krause, und Riko nickt: „Wir hatten aber auch immer Glück, dass das Zelt nicht in einer Mulde stand.“

Weitere Infos gibt es auf der Homepage sourceofrage.de. Das Wacken-Festival ist ausverkauft. Der nächste Auftritt in der Region ist am 7. September beim Betheln Open Air.