Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hildesheimer Polizei fasst mutmaßlichen Erpresser

Veröffentlicht von Manuel Lauterborn am 12.08.2019.

Kreis Hildesheim/Hannover - Er war auf der Suche nach der Frau fürs Leben, tappte jedoch einem Erpresser in die Falle, der mehrere tausend Euro von ihm forderte. Nachdem ein 46-Jähriger aus dem Kreis Hildesheim all das der Polizei berichtet hatte, schlugen die Ermittler bei einer anberaumten Geldübergabe in Hannover zu.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, begann der Fall bereits im Juli. Tatsächlich zeichnete sich zunächst nicht ab, dass nicht um Liebe, sondern lediglich um Abzocke ging. Der 46-jährige Mann lernte über Facebook eine Frau kennen, mit der er sich verabredete und sich im Anschluss auch zwei Mal im Bereich Hannover traf. Dann kam das böse Erwachen: Plötzlich meldete sich über das Netzwerk ein Mann bei dem Hildesheimer, der behauptete, der Ehemann der neuen Bekanntschaft zu sein.

Unbekannter fordert Geld

Der vermeintlich Gehörnte bestand darauf, sich mit der Facebook-Bekanntschaft seiner angeblichen Gattin zu treffen, der 46-Jährige willigte ein und fuhr zur Aussprache nach Hannover. Am verabredeten Treffpunkt forderte der Unbekannte einen niedrigen vierstelligen Geldbetrag – wenn der Hildesheimer nicht zahle, setze es Schläge. Zu der Zahlung kam es nicht.

Vorerst kehrte nun Ruhe ein – aber der mutmaßliche Täter hatte sein Opfer weiter im Visier. Am vergangenen Mittwoch erhielt der 46-Jährige über den Messenger-Dienst WhatsApp eine Nachricht. Der Absender gab sich als weitere Frau aus, die sich noch am Abend treffen wollte. Erneut machte sich der Mann Hoffnungen und ging auf den Kontaktwunsch ein.

Opfer erstattet Anzeige

Am vereinbarten Treffpunkt tauchte statt der erhofften Frau jedoch ein alter Bekannter auf: Nämlich erneut der Mann, der sich zuvor als hintergangener Ehemann ausgegeben hatte. Nun erhöhte er seine Forderung auf einen mittleren vierstelligen Betrag – diesmal ohne Androhung körperlicher Gewalt aber mit der unmissverständlichen Botschaft, dass bei Nichtzahlen Ärger drohe. Schon am nächsten Abend sollte der kontaktwillige Hildesheimer das Geld an einem Ort im Bereich Hannover übergeben.

Dabei wollte der 46-Jährige allerdings nicht mehr mitmachen. Am vergangenen Donnerstag wandte er sich an die Polizei und erstattete Anzeige. Ermittler des 2. Fachkommissariates nahmen die Arbeit auf.

Polizei nimmt Mann fest

Am Donnerstagabend begleiteten Polizisten den Mann zum Treffpunkt. Als der mutmaßliche Erpresser um kurz vor 22 Uhr am ausgemachten Ort eintraf, nahmen die Ermittler, die durch Beamte des Mobilen Einsatzkommandos der Polizeidirektion Göttingen unterstützt wurden, ihn fest. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 24-Jährigen aus dem Bereich Espelkamp in der Nähe von Minden. Wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft gegen den Mann angeordnet.

Die Wiederholungsgefahr lag aus Sicht der Justiz wegen der Vorgeschichte des Verdächtigen auf der Hand: Er soll bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Straftaten aufgefallen sein, unter anderem soll er wegen einer Erpressung rechtskräftig verurteilt worden sein und unter Bewährung gestanden haben.