Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hildesheimer Studierende bringen Kultur zum Blühen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 08.10.2019.

Hildesheim - Mit einem großen kulturellen Aufschlag startet die Universität ins neue Wintersemester. „40 Jahre Kulturwissenschaften in Hildesheim“ sind zu feiern. Bevor die eigentliche Festwoche beginnt, lädt bereits das Festival State Of The Art ein: zu vier Tagen mit Theater, Kino, Performances, Lesungen, Ausstellungen, Workshops. In einer Woche geht es los: das Festival läuft vom 16. bis 19. Oktober. .

Es ist das elfte State Of The Art: Einmal im Jahr, immer im Herbst, zeigen die Studierenden, was sie in den zurückliegenden Semestern erarbeitet haben. Die Studiengänge decken praktisch das gesamte Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen ab, entsprechend breit gefächert ist das Programm auf der Domäne Marienburg und zum Teil auch im Hauptgebäude am Marienburger Platz.

Neuanfang in Hildesheim

„Wir sind quasi der Neuanfang“, sagt Julia Buchberger über das fünfköpfige Leitungsteam, das sie gemeinsam mit Hannah Brown, Carina Kluge, Christopher Dippert und Nina Bade bildet. Jedes Jahr wechselt die Leitung, „allein dadurch erfindet sich das Festival jedes Jahr neu“, wie Nina Bade erklärt.

In diesem Jahr besteht das Neue in einer Rückbesinnung auf die Anfänge. In den vergangenen Jahren sei das Festival immer professioneller geworden, so Julia Buchberger. Und das habe den Druck auf alle Beteiligten wachsen lassen. Nicht einfach ein Querschnitt des studentischen Schaffens, eher eine Leistungsschau war State Of The Art zuletzt. Wer seine Arbeiten präsentieren wollte, musste sich bewerben und vor den Augen eines Kuratoriums bestehen.

Spannende Themen suchen

„Diesmal haben wir explizit dazu aufgerufen, auch unfertige Sachen zu zeigen“, sagt Hannah Brown. Und es sei tatsächlich gelungen, so gut wie alle zu berücksichtigen, die mitmachen wollten. „Was sind die Themen, die uns beschäftigen? Und wie zeigen wir sie?“, beschreibt Julia Buchberger den Ansatz der 2019er Ausgabe des Festivals.

Am Mittwochnachmittag wird State11, so die Kurzform, um 14.30 Uhr im Gewölbe der Domäne eröffnet. Im Anschluss lockt die musikalische Lesung des Familienhörspiels „Siggi Dotter“ an die frische Luft und in den parkähnlichen Garten der Domäne. Abends pustet die Band Karosh die Ohren frei. Und dazwischen ist in beinahe allen Gebäuden des Kulturcampus etwas los.

Übungen im Schreien

In den folgenden Tagen werden Zero-Waste-Workshops angeboten, in denen die Teilnehmenden lernen, wie sie Abfall vermeiden und Alltagsdinge upcyceln. Im Awareness-Büro gibt es ein Nagelstudio, und in der Mediothek am Hauptcampus darf sich das Publikum auf eine „Übung im Schreien“ freuen. Aktuelle und frühere Studierende zeigen eigene Filme, und auch das Theater lässt alte Hasen ran – das Forum Heersum bespielt am Samstag um 16 Uhr das Burgtheater. Anschließend werden im Waldstück hinter Haus 51 alte Weihnachtsbäume beerdigt. Und na klar: Partys werden auch gefeiert.

Ständig laufen mehrere Angebote parallel, doch die meisten Vorführungen gibt es mehrfach, so dass man alle 31 Programmpunkte sehen kann, wenn man es darauf angelegt. Einen Überblick können sich Besucherinnen und Besucher im Festivalzentrum verschaffen, das im Kartoffelwaschhaus zu finden sein wird. Zwischen meterdicken mittelalterlichen Mauern und unter riesigen Balken wird für vier Tage der pink-grüne Festival-Stil Einzug halten.

Für immer State Of The Art

„Im besten Fall will man das Festivalgelände gar nicht mehr verlassen“, sagt Nina Bade. Jeweils nach der letzten Vorstellung, wenn es dann doch an der Zeit ist, den Heimweg anzutreten, stellt der Stadtverkehr Hildesheim einen Shuttlebus, der Richtung Hauptbahnhof fährt. Denn: „Ab 18 Uhr ist es sonst schwer, hier wieder wegzukommen“, wie Hannah Brown erklärt.

Der Festivalpass kostet 18, ermäßigt 15 Euro. Tagestickets sind für 7 beziehungsweise 5 Euro zu haben. Beginn ist am 16. Oktober, es läuft 19. Oktober. Ausführliche Infos über das Festival und das Programm finden sich auf der Homepage des State-of-the-art-Festivals.