Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hildesheims Gesamtschulen rücken zusammen

Veröffentlicht von Christian Harborth am 06.12.2017.

Hildesheim - Die beiden städtischen Gesamtschulen wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Wer künftig die Oskar-Schindler-Schule (OSG) besucht, soll eine Garantie bekommen, sein Abitur anschließend – entsprechende Leistungen vorausgesetzt – an der Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG) ablegen zu können. Bisher können sich die OSG-Schüler wie alle anderen aus dem Raum Hildesheim an Hildesheims derzeit beliebtester Schule in der Nordstadt bewerben – müssen aber damit rechnen, nicht berücksichtigt zu werden.

Für die Gesamtschüler aus der Bromberger Straße gehört dies ab Sommer 2018 der Vergangenheit an. Jeweils einstimmig haben die Vorstände beider Einrichtungen einen Kooperationsvertrag beschlossen, der die neue Form der Zusammenarbeit festlegt. Bei der Stadt verspricht man sich auch einen positiven Effekt für die ehemalige IGS Stadtmitte, die mit dem Umzug auf die Marienburger Höhe auch einen neuen Namen bekam.

Schuldezernent Malte Spitzer spricht in diesem Zusammenhang von einem „sehr wichtigen Signal“. Kerstin Dohmen, stellvertretende Leiterin der RBG, nennt die künftige Zusammenarbeit eine Partnerschaft „auf Augenhöhe“. Im Februar soll es ein Treffen der Schulleiter geben, im April sollen laut Spitzer die Details der neuen Kooperation vereinbart werden. „Anschließend werden wir noch einmal den Rat informieren“, sagte der Dezernent am Dienstagabend im Schulausschuss, der in den Räumen der OSG tagte.

Vorrangiges Ziel der OSG: eine eigene Oberstufe

Die dortige Leiterin Andrea Berger machte in dem Gremium deutlich, dass es vorrangiges Ziel der Schule sei, so schnell wie möglich eine eigene Oberstufe zu bekommen. „Wir wollen eine richtige Gesamtschule sein.“ Konkrete Pläne oder eine Art „Fahrplan“ gebe es aber noch nicht, erklärte sie am Rande der Sitzung auf Nachfrage der HAZ. „Viele Eltern sagen uns, dass sie ihre Kinder gern bei uns für die Oberstufe anmelden würden.“ Auch Schuldezernent Spitzer und Jürgen Braun, Oberstufenleiter der RBG, sprechen von der neuen Zusammenarbeit als einem „ersten Schritt“. „Und natürlich werden wir auch weiterhin Abgänger von Realschulen aufnehmen, die ihr Abitur anstreben“, kündigt Braun an.

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Eine vergleichbare Kooperation hat die OSG schon mit der Herman-Nohl-Schule. Wer von der OSG kommt, hat hier – so er will und alle Voraussetzungen zutreffen – einen Anspruch auf einen Oberstufenplatz. Viele Eltern und Schüler verbinden die große Schule aus der Steuerwalder Straße aber vor allem mit Ausbildungen rund um die Bereiche Gesundheit und Pflege.

Die Kooperation mit „Herman Nohl“ soll laut Berger bestehen bleiben. Derzeit verlassen etwa 35 junge Frauen und Männer pro Jahr die OSG mit dem Wunsch, an der Hermann-Nohl-Schule ihr Abitur abzulegen. Die OSG hat aktuell 560 Schüler, die RBG wird von rund 1400 jungen Leuten besucht. Während man an der RBG sein Abitur ablegen kann, endet die Schulzeit an der anderen Hildesheimer Gesamtschule spätestens nach Klasse 10.

Die Zusammenarbeit der beiden Gesamtschulen ist in Hildesheim vergleichsweise neu – in der benachbarten Region Hannover wird schon seit längerem an einer Vernetzung gearbeitet, die allen Gesamtschulen nutzen soll. „Zur Qualitätssteigerung haben wir uns vorgenommen, uns im Rahmen von Qualitätszirkeln auszutauschen und durch Projekte zu vernetzen“, berichtet René Mounajed, Mitglied der Steuerungsgruppe der IGSen der Region und stellvertretender Schulleiter der IGS Roderbruch. Die Gesamtschulen aus der Region Hildesheim sind Teil des Verbunds.