Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hovhannisyan kämpft um seine letzte Chance

Veröffentlicht von Ulrich Hempen am 08.10.2019.

Hlldesheim/Braunlage - Es ist sein nächster Versuch, im Profi-Boxen an die großen Fleischtöpfe zu kommen. Und zugleich dürfte es für den Hildesheimer Halbschwergewichtler Armenak Hovhannisyan aus dem Berliner Team von Marco-Huck (MH-Boxing) auch die letzte Chance sein, sich durch einen Sieg für einen WM- oder EM-Fight zu qualifizieren.

Mittlerweile ist der gebürtige Armenier 33 Jahre alt. Er kämpft am kommenden Samstag im Braunlager Maritim-Hotel um den WBC-Asia-Continental-Titel. Gegner ist der Ukrainer Viktor Polyakov.

Zweimal war Hovhannisyan bereits in einer ähnlichen Position. 2018 hätte er in München den Lokalmatadoren Serge Michel schlagen müssen, um ins ganz dicke Boxgeschäft einsteigen zu können. Aber er verlor. Im Mai dieses Jahres erhielt der Hildesheimer eine weitere Gelegenheit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

„Verlieren verboten“

In Salzgitter traf er auf den ehemaligen russischen Weltmeister Dimitrii Chudinov. Hovhannisyan hatte Pech. Nach zwei Runden musste der Kampf ohne Wertung abgebrochen werden. Angeblich war es nach dem Pausen-Gong zu einem unbeabsichtigten Körperkontakt zwischen dem Hildesheimer und Chudinov gekommen, bei dem sich der Russe einen Cut über der Augenbraue zuzog.

Nun muss Hovhannisyan also gegen den Ukrainer Viktor Polyakov ran. „Verlieren verboten“, sagt sein Manager Karl-Heinz Wolpers aus dem MH-Boxing-Team. „Noch eine Chance für Armenak zu erhalten, wäre sehr, sehr schwer.“ Zumal im eigenen Boxstall die Konkurrenz für Hovhannisyan immer größer wird.

Mit dem Nordstemmer Rusto Kraft sitzt ihm ein anderer Athlet im Nacken. Verliert Hovhannisyan am Samstag, würde wohl der 27-jährige Kraft im internen Team-Ranking aufsteigen und bei der Vergabe von wichtigen Kämpfen bevorzugt.

Eine harte Nuss

Hovhannisyan hat in Braunlage mit Polyakov eine harte Nuss zu knacken. Zwar ist der Ukrainer schon 38 Jahre alt und hat seine allerbeste Zeit im Ring hinter sich, aber unterschätzen darf man den erfahrenen Mann nicht. Er trat schon bei Olympia an, boxte in großen Arenen in den USA oder in Deutschland – in der Stuttgarter Hans-Martin-Schleyer Halle war er beispielsweise dem Deutschen Stefan Härtel nur knapp unterlegen. Bis 2016 hat Polyakov eine beeindruckende Serie hingelegt: mit elf Profi-Siegen in Folge. Zuletzt kassierte er allerdings häufiger Niederlagen.

Armenak Hovhannisyan fühlt sich gut vorbereitet. Die Frage ist, ob sein Punch kommt und seine Schlaghärte reicht. An den Saal im Maritim-Hotel hat er gute Erinnerungen: Dort gewann er im März 2018 gegen den Ungarn Attila Tibor Nagy nach Punkten.

Karten gibt es noch an der Abendkasse im Maritim-Hotel (Am Pfaffenstieg, Braunlage). Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.