Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Im Berghotel sollen wieder Gäste einkehren

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 02.01.2019.

Familienunternehmen aus Hannover hat das leerstehende Objekt übernommen und neu erschließen lassen

Von Christian Harborth

Marienhagen. Seit mehr als zehn Jahren haben keine Gäste mehr im Berghotel Marienhagen eingecheckt. Doch die neuen Inhaber denken jetzt darüber nach, den Beherbergungsbetrieb wieder aufzunehmen. „Wir wollen wieder ein Hotel daraus machen“, sagt Philip Jelinski vom hannoverschen Familienbetrieb Jelinski Beherbergungsstätten.

Das 1965 eröffnete Hotel und spätere Seniorenheim war 2016 in Köln versteigert worden. Wegen des stark sanierungsbedürftigen Zustands für damals 101 000 Euro. Nach Angabe der neuen Eigentümer ist schon jetzt ein erheblicher Betrag in die Wiederherstellung geflossen. „Wir mussten das Gebäude fast komplett neu erschließen lassen“, sagt Jelinski.

Wasser- und Stromleitungen seien neu verlegt worden, dazu hätten Handwerker eine neue Heizung eingebaut. Wegen der vielen nächtlichen Besuche ungebetener Gäste habe die Familie eine Warnanlage einbauen lassen. Wie viel Geld der Familienbetrieb investieren will, sei noch nicht zu beziffern. Philip Jelinski nennt einen hohen sechsstelligen Betrag. „Wir sprechen hier teilweise von einer Kernsanierung“, sagt er. Das Unternehmen, das von seiner Mutter geführt wird, arbeite an dieser Stelle eng mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hi-Reg zusammen.

Jelinskis hatten im Sommer 2018 auch den ehemaligen Schießstand des Kleinkaliber-Schützenvereins (KKS) von 1925 im Himmelsthürer Hubertusweg ersteigert (die HAZ berichtete). Auf ähnlichem Wege war der Familienbetrieb, der bisher vor allem Zimmer für Messegäste im Raum Hannover vermietet, auch an die rund 3500 Quadratmeter Nutzfläche umfassende Immobilie in Marienhagen gekommen.

Dass man sich mit einem Beherbergungsbetrieb am Thüster Berg nahe Duingen nicht gerade im lukrativen Zentrum Niedersachsens befindet, wissen auch die neuen Eigentümer. „Und ich kann dort aus diesem Grund auch keinen 5-Sterne-Palast hinsetzen“, sagt Jelinski. Aber denkbar sei ein Wellness-Betrieb in der Abgeschiedenheit.

Das Berghotel war 1965 eröffnet und bis in die 1970er Jahre um mehrere Anbauten erweitert worden. Gerade zu Messezeiten brummte in dem 90-Betten-Haus der Betrieb. Später wechselte das Berghotel seinen Besitzer und wurde in Hotel Rosengarten umbenannt.

Anfang der 2000er-Jahre kaufte die FSH Familien- und Seniorenhilfe GmbH das Haus und wandelte es in das Seniorenheim „Rosengarten“ um, das 2007 Insolvenz anmelden musste. Seitdem steht das Objekt leer.