Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Immer Ärger wegen der Bäume: Ausschuss beschließt neue Regeln

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 13.02.2019.

Gewächse sollen mindestens alle drei Jahre untersucht werden / Neue Politesse kommt

Von Sebastian Knoppik

Algermissen. Der Finanzausschuss der Gemeinde Algermissen hat am Montagabend nach kontroverser Debatte mehrheitlich neue Regeln für den Umgang mit Bäumen auf öffentlichem Grund beschlossen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Streit, weil sich Bürger über störende Bäume beschwert haben.

Auslöser für die Diskussion um die allgemeinen Baum-Regeln war der Streit im vergangenen Jahr im Bledelner Ortsrat. Dort hatten sich die Anwohner der Lindenallee über die dortigen Bäume beschwert. Probleme mit Bäumen gibt es aber nach Angaben von Bürgermeister Wolfgang Moegerle (CDU) nicht nur in Bledeln, sondern immer wieder auch in allen anderen Ortsteilen.

Die von der Verwaltung erarbeiteten Regeln sehen nun vor, dass Bäume mindestens alle drei Jahre kontrolliert werden sollen. Bäume sollen nach diesem Papier grundsätzlich erhalten werden. Ausnahmen sehen die Grundsätze vor, wenn etwa ein Baum krank ist und ein Gutachter das Fällen empfiehlt. Aber auch bei Bauvorhaben darf unter bestimmten Voraussetzungen die Säge angesetzt werden. Für jeden gefällten Baum soll es in der Regel eine Ersatzpflanzung geben.

In der Debatte gingen die Meinungen weit auseinander. Deutliche Kritik kam von Clemens Gerhardy (CDU). Er wies darauf hin, dass laut Gesetz die Ortsräte für die Unterhaltung und Ausgestaltung der Grünanlagen im Ort zuständig sind. „Dann können wir nicht mit dieser Vorlage diese Zuständigkeit aushebeln“, fand Gerhardy.

Das sah Thomas Weiß (Grüne) ganz anders. „Ich möchte es nicht jedem Ortsrat überlassen, ob irgendwelche Bäume weggekloppt werden“, sagte Weiß, der die Ortsräte nach eigenen Angaben für „überflüssig“ hält.

SPD-Fraktionschef Werner Preissner begrüßte die neuen Grundätze: „Wir haben jetzt die Chance, ein Minimum an Rahmen und Regeln festzusetzen.“ Der Ausschuss stimmte schließlich mit vier zu drei Stimmen für die Grundsätze. Das letzte Wort in der Sache wird der Verwaltungsausschuss haben.

Neue Politesse: Der Ausschuss hat sich dafür ausgesprochen, gemeinsam mit der Stadt Sehnde und den Gemeinden Hohenhameln und Harsum eine Politesse anzustellen. In Algermissen soll sie einen Tag in der Woche unterwegs sein.

Fitnessstudio: Im alten Rewe-Markt sollen ein Fitnessstudio und ein Lampen-Outlet unterkommen. Die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans hat der Ausschuss ebenfalls beschlossen.