Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Uni Hildesheim: Was kann Krebskranken helfen?

Veröffentlicht von Norbert Mierzowsky am 09.10.2019.

Hildesheim - Es ist einer dieser Momente, in dem das Leben aus den Fugen gerät: Wenn der Arzt einem sagt, dass man Krebs hat. Das Expertenteam der Hochschulambulanz der Uni Hildesheim bietet nun am Donnerstag, 17. Oktober, einen kostenlosen Informationstag zur Psychoonkologie an. Leiterinnen sind Dr. Christine Hofheinz, selbst eine ausgebildete psychologische Psychotherapeutin, und Dr. Sabine Noetzel.

„Zu uns kommen viele Menschen, die in einer Krise stecken“, sagt die 32-Jährige. Und genau solch eine Krise könne die Krebsdiagnose auslösen. Schätzungen gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren jährlich bis zu 600 000 Neuerkrankungen hinzukommen.

Angst vor neuem Ausbruch des Krebses

„Und es ist auch nicht damit erledigt, wenn der Krebs besiegt ist“, weiß Hofheinz. Die Angst davor, dass er wieder ausbricht, bleibt vielen Menschen erhalten: „Auch die und ihre Angehörigen sind bei unserem Informationstag willkommen.“

Jeweils um 9, um 12 und um 15 Uhr gibt es an diesem Tag Kurzvorträge, um sowohl die Psychoonkologie als auch die Leistungen der Hochschulambulanz vorzustellen. Hinterher gibt es im gemütlichen Rahmen die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Welche Behandlung hilft?

Außerdem werden die Besucher gebeten, einen Fragebogen zur eigenen Situation auszufüllen, kündigt Hofheinz an: „Selbstverständlich anonym.“ Das Ziel ist, künftig wissenschaftlich zu untersuchen, ob und wie die Beratungsangebote der Hochschulambulanz bei den Betroffenen Wirkung zeigen.

„Unser Ziel ist es, individuelle Lösungen für unsere Nutzer zu erarbeiten. Auch die Frage zu klären, was einem wichtig im Leben ist“, erläutert Hofheinz. Wie bei dem jungen, sehr sportlichen Mann, der nach seiner Erkrankung körperlich geschwächt und nicht mehr wie zuvor leistungsfähig war, erzählt sie: „Wenn es für ihn keinen Leistungssport mehr geben kann, müssen wir nach Alternativen suchen. Und die gibt es.“

Brust- und Prostatakrebs

Häufig erkranken Frauen nach der Menopause an Brustkrebs oder Männer im höheren Alter an Prostatakrebs. „Wie ist das für eine Frau, wenn eine Brust amputiert werden muss und sie sich nicht mehr attraktiv fühlt? Macht das was mit der Partnerschaft? Es gibt viele ungelöste Fragen, die am eigenen Selbstbild rütteln.“

Auch Interessierte, die an diesem Tag nicht können, sind eingeladen, sich an der wissenschaftlichen Erhebung zu beteiligen, die in einer zweiten Phase auch die eigene Entwicklung begleiten soll. Anmeldungen nimmt die Hochschulambulanz für den Infotag und für die Teilnahme an der Erhebung unter psychoonkologie@uni-hildesheim.de entgegen.

Krankenkassen zahlen

Der Veranstaltungsort ist im Pfarrhaus der Liebfrauenkirche auf dem Uni-Hauptcampus direkt hinter der Mensabaustelle. Die Hochschulambulanz bietet neben der Beratung auch Behandlungen, die in der Regel auch von Krankenkassen gezahlt werden können.