Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Jetzt gibt es doch ein Mittelalter-Spektakel am See Familien im Blick

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.02.2019.

Hildesheimer Verein „Vereinte Banner“ stellt das Fest nach Absage des bisherigen Veranstalters mit Jo-Bad-Chef Mehler selbst auf die Beine

Von Rainer Breda

Hildesheim. Sie hatten es ja geahnt. Dass ausgerechnet am ersten Mai-Wochenende, an dem sonst im Jo-Bad das Mittelalterliche Seespektakel stattfindet, eine ähnliche Veranstaltung in Isenbüttel steigt, kam dem Vereinten Banner seltsam vor. „Die Organisatoren sprechen sich sonst ab“, weiß Hauke Bensch, Chef des Hildesheimer Mittelaltervereins. Für den ist das Fest am Hohnsen die zentrale Veranstaltung im Jahr.

Entsprechend traurig waren die knapp 30 Frauen und Männer im Oktober über die Absage durch den bisherigen Veranstalter. „Doch wir wollten nicht nur jammern , sondern etwas unternehmen“, sagt Wiebke Bensch, Schwester des Vorsitzenden und Schriftführerin im Vereinten Banner. Und der Verein unternimmt etwas: Er organisiert das Mittelalter-Treffen selbst – als Partner von Jo-Bad-Betreiber Matthias Mehler. Dessen Firma Event Werft tritt als Veranstalter auf. Dafür bedurfte es allerdings einer dreimonatigen Überzeugungsarbeit durch die Geschwister Bensch. Denn ihm sei die Bedeutung des Spektakels gar nicht klar gewesen, räumt Mehler ein: „Ich habe immer nur die Fläche zur Verfügung gestellt.“ Doch nun wisse er, wie wichtig die Veranstaltung für die Szene und wie groß diese in der Region sei.

In der Tat gibt es in Hildesheim und der Umgebung neben dem Vereinten Banner etliche andere Interessengemeinschaften mit einem Faible für das Mittelalter. Von denen hätten sich einige in den vergangenen Monaten immer wieder bei ihm nach dem Stand der Dinge erkundigt, berichtet Hauke Bensch: „Selbst beim Einkaufen bin ich angesprochen worden.“

Jetzt kann der 36-jährige Lehnsherr (so die Bezeichnung des Vorsitzenden-Amtes) die gute Nachricht in der Mittelalter-Gemeinschaft endlich verbreiten. Der Verein sorgt – ehrenamtlich – auch dafür, die Künstler und Marktbeschicker an Land zu bringen. „Wir sind mit Herzblut dabei“, sagt Wiebke Bensch. Die Event Werft ist in ihrer Rolle als Veranstalter auch Ansprechpartner für Konflikte mit Anliegern. Deren Drohung, juristisch gegen das Spektakel vorzugehen, hatte den bisherigen Veranstaltern Hildesheim als Standort verleidet: „Man fühlt sich als Auswärtiger hier nicht willkommen“, meint Mehler.

Der Jo-Bad-Betreiber dagegen weiß, worauf er sich einlässt. Und er will vorbeugen: So endet das Spektakel am Freitag und Sonnabend jeweils schon um 22 Uhr und damit zwei Stunden eher als bisher – aus Rücksicht auf die Nachbarn. Statt im Mai findet das Mittelalter-Treffen diesmal vom 20. bis 22. September statt. Denn der Termin am ersten Mai-Wochenende sei ja bereits belegt, erklärt Hauke Bensch. Die Szene freut sich offenkundig auf das Ereignis. „Es werden mindestens genauso viele Künstler, Händler und Heerlager dabei sein wie bisher“, verspricht Wiebke Bensch. Ein Lager werde wie immer ihr eigener Verein stellen.

„Wir wollen das Mittelalter erlebbar machen – aber familientauglich“, sagt Wiebke Bensch, Schriftführerin („Heroldin“) im Vereinten Banner. Für das Programm heißt das: Die üblichen Ritter-Reiterkämpfe fallen flach, dafür können Kinder ein Ritter-Diplom erwerben. Auch die Preise seien familienfreundlich. Eine Tageskarte soll 10 Euro kosten, bislang waren es 15 Euro. Kinder unter 15 Jahren sollen freien Eintritt bekommen.