Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Es ist amtlich: Invaders trennen sich von Eintracht

Veröffentlicht von Thorsten Berner am 06.12.2017.

Hildesheim - Was sich seit einiger Zeit anbahnte, ist nun offiziell: Die Hildesheim Invaders und Eintracht Hildesheim gehen künftig getrennte Wege. Dies verkündeten Eintracht-Chef Clemens Löcke, Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Bertsche und Benjamin Möhle, Vorsitzender des neu gegründeten Vereins Hildesheim Invaders e.V.

Die Protagonisten erschienen etwas verspätet zur anberaumten Pressekonferenz. „Wir haben noch letzte Details geklärt“, berichteten Möhle und Löcke. Solch’ eine Trennung ist immer auch mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden.

Bürokratischer Aufwand

Nicht nur die Lizenz, sondern auch Eintrachts Anteile an der Invaders GmbH müssen in den neuen Verein überführt werden. „Dabei müssen die Vorgaben des deutschen Football-Verbandes erfüllt werden“, erklärte Löcke. Es gehe nicht nur um eine, sondern um insgesamt zehn Lizenzen. Die Erstligamannschaft unter dem Dach der GmbH und der Unterbau (Nachwuchsteams) bei Eintracht – ein solches Modell lässt der Verband nicht zu. Alles muss über einen Verein laufen.

Ohnehin hatten die Invaders die komplette Loslösung von Eintracht angestrebt. In einer Abteilungsversammlung hatte die große Mehrheit der Footballer für diesen Schritt gestimmt (diese Zeitung berichtete). Wie es aussieht, werden knapp 300 Mitglieder Eintracht Hildesheim verlassen und in den neuen Verein eintreten. „Das ist keine Entscheidung gegen Eintracht“, betonte Möhle. Allerdings habe es Reibungsverluste und einige Baustellen gegeben, die den Footballern das Leben schwer gemacht hätten. „Deshalb wollen wir nun unseren eigenen Weg gehen.“

Eine nicht unerhebliche Rolle spielen die Finanzen. „Wir hätten die Footballer gern im Verein behalten“, sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Bertsche. „Aber die Invaders haben wohl ein Angebot bekommen“, bei dem wir nicht mithalten konnten.“

Invaders behalten ihr Homefield

Es gibt einen Sponsor, der in die GmbH einsteigt und einen größeren Teil des Etats tragen wird. Einen Namen wollte Möhle noch nicht nennen. Am 12. Dezember gebe es eine Gesellschafterversammlung. „Danach werden wir Genaueres verkünden.“

Ganz ohne Eintracht geht es aber nach wie vor nicht. Die Invaders werden ihre Heimspiele weiter auf dem Homefield am Philosophenweg austragen. „Zu günstigen Konditionen“, wie beide Seiten erklärten. Den Platz hat Eintracht von der Stadt gepachtet. Die Invaders haben dort unter anderem eine Tribüne gebaut. Sie können auch einen Teil der Gebäude (Umkleiden, sanitäre Anlagen) auf dem Eintracht-Gelände weiterhin nutzen. Das Catering übernehmen die Invaders künftig selbst.

Allerdings sind die Footballer noch auf der Suche nach einem Trainingsgelände. Bei Eintracht wird das Training nicht mehr stattfinden. Eine Lösung stehe aber kurz bevor, erklärte Möhle. Auch hierzu: „Näheres in Kürze.“