Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Julius Heil kommt – ein Rechtshänder

Veröffentlicht von Andreas Kreth am 12.01.2018.

Hildesheim - Eigentlich suchen die Eintracht-Handballer momentan in der EM-Pause noch nach einem Linkshänder für den Rückraum. Das hat bislang nicht geklappt. Wenige Tage nach der Verpflichtung von Linksaußen Jost Brücker präsentierten die Hildesheimer am Freitag noch einen anderen Neuzugang: Julius Heil (21) vom Zweitliga-Konkurrenten HSG Konstanz erhält einen Vertrag bis Juni 2019. Der Rechtshänder kommt bereits mit Perspektive für die nächste Saison.

„Wir haben Julius schon beobachtet, als er letztes Jahr noch in Rostock spielte“, sagt Eintrachts Trainermanager Gerald Oberbeck über den Rückraumspieler. „Schon dort war er auffällig und warf viele Tore, auch gegen die Spitzenmannschaften.“ Heil ist 1,90 Meter groß und wiegt 90 Kilogramm. Oberbeck: „Julius soll in der kommenden Saison einen Teil der Savvas-Aufgaben übernehmen.“ Bekanntlich wechselt Hildesheims derzeit erfolgreichster Torschütze Savvas Savvas nach Saisonende zum Erstligisten TSV GWD Minden.

Erst seit Sommer am Bodensee

Julius Heil war erst im Sommer vom Absteiger HC Empor Rostock an den Bodensee gegangen, wo man ihn jedoch zumeist auf der für ihn ungewohnten linken Außenbahn einsetzte. Mit Mathias Riedel hatte er unter anderem den Konstanzer Co-Kapitän und absoluten Leistungsträger vor der Brust. So kam er wenig zum Einsatz. Außerdem warf ihn eine fast zweimonatige Verletzungspause zurück. Die Saison verlief mit neun Toren in zwölf Spielen nicht nach seinen Vorstellungen.

Daher bat Julius Heil die HSG um eine Vertragsauflösung zum Jahresende – auch, weil er wieder näher an seiner Heimat im Norden der Republik Handball spielen wollte. Die Eltern leben in Berlin.

Wiedersehen am 18. Februar

„Er kann uns auch schon in diesem Jahr helfen, wird in den kommenden Wochen mit der Mannschaft intensiv für den Wiederbeginn am 10. Februar beim Bergischen HC trainieren“, sagt Eintrachts Trainermanager Oberbeck. Das erste Heimspiel nach der Pause bringt für Heil dann am 18. Februar gleich ein Wiedersehen mit seinen bisherigen Mannschaftskameraden aus Konstanz.

„Ich möchte hier in Hildesheim gerne eine neue Herausforderung annehmen und freue mich, dass ich bei Eintracht die Möglichkeit dazu bekomme“, sagt der halblinke Rückraumspieler, der auch in der Rückraummitte spielen kann. Künftig trägt er die Trikotnummer 10.

In Rostock hatte er im vergangenen Jahr trotz seines jungen Alters eine beachtliche Zweitliga-Saison gespielt. Mit 110 Feldtoren war er drittbester Torschütze seines Teams und stand in der ligaweiten Torjägerliste auf Rang 62. In der Kategorie der Assists lag er mit 79 Anspielen sogar auf Platz sechs aller Zweitligaspieler.

„Suche geht immer weiter“

Der gebürtige Bad Salzunger ist ein spielerischer Typ, der Torgefahr ausstrahlt, aber auch das Auge für den Nebenmann hat. Oberbeck: „Julius hat in der 2. Liga schon gezeigt, was er drauf hat. Wir werden ihm jetzt Zeit geben, sich bei uns einzugewöhnen.“ Der Wirtschaftswissenschafts-Student kann für mehr Alternativen im Rückraum und für Entlastung der stark belasteten Hildesheimer Spieler sorgen. Heil hat das Saisonziel des Eintracht-Teams schon voll übernommen: „Ich will unbedingt den Klassenerhalt schaffen.“

Und was ist nun mit dem eigentlich gesuchten Linkshänder? „Unsere Suche geht grundsätzlich immer weiter“, sagt der Trainermanager. „Wenn wir was Passendes finden und es finanziell machbar ist, werden wir uns darüber Gedanken machen.“