Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Kahlschlag an der B 6 – aus Sicherheitsgründen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 08.04.2019.

Wäldchen am Seecamp Derneburg gerodet / Aufforstung wird wohl noch auf sich warten lassen

Von Sebastian Knoppik

Derneburg. Es ist ein Kahlschlag, der so manchem Autofahrer auf der B 6 in den vergangenen Tagen aufgefallen sein dürfte. Zahlreiche Bäume an der Straße Richtung Baddeckenstedt direkt vor dem Seecamp wurden dort gefällt.

„Es war eine reine Verkehrssicherheitsmaßnahme“, sagt Philip von Oldershausen, Geschäftsführer der Forstverwaltung Oldershausen aus dem gleichnamigen Ort im Landkreis Northeim. Mehrere Bäume seien schon auf die Bundesstraße gefallen, berichtet von Oldershausen. Das bestätigt auch Derneburgs Ortsbürgermeisterin Dunja Schroweg.

Allerdings wurden nicht nur die Bäume direkt an der Straße gefällt, sondern auch viele dahinter liegende. Das wiederum liegt laut von Oldershausen daran, dass es sich um ein sumpfiges Gelände handelt und die Bäume „im Gefüge“ zusammenhingen. Außerdem sei ein Teil der Bäume schon tot gewesen. Sie litten am sogenannten Eschentriebsterben. Ein weiterer Grund für die Fällung der Bäume sei gewesen, dass ein Teich im hinteren Bereich des Wäldchens wegen der Bäume zu verlanden drohte.

Für die Betreiber des Campingplatzes stellt die Rodung nach eigenen Angaben kein Problem dar. Und auch Ortsbürgermeisterin Schroweg äußert Verständnis dafür. Mit der Forstverwaltung Oldershausen gebe es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Sie haben bislang immer alles gehalten, was sie versprochen haben“, sagt Schroweg.

Die Firma verwaltet auch andere Waldgebiete im Ort, etwa an der Pyramide, die dem früheren Chef des Merck-Konzerns, Karl-Ludwig Kley, gehören. Wem die Fläche an der Bundesstraße 6 gehört, teilte von Oldershausen nicht mit. Das Grundstück sei aber ebenfalls in Privatbesitz.

Ortsbürgermeisterin Schroweg würde es begrüßen, wenn die Fläche wieder aufgeforstet wird. „Wir möchten natürlich nicht, dass da so eine kahle Stelle bleibt.“

Und tatsächlich sollen an der Stelle auch wieder neue Bäume gepflanzt werden. „Standortypische“ Arten sollen es werden, wie von Oldershausen ankündigt. Bis die gefällten Bäume abtransportiert sind und an der Stelle wieder etwas Neues angepflanzt wird, könne es allerdings noch ein bis zwei Jahre dauern, erklärt von Oldershausen.