Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Kein schöner Anblick: Wendhausens Friedhof

Veröffentlicht von Andrea Hempen am 12.08.2019.

Wendhausen - Der Friedhof in Wendhausen soll schöner und wieder gepflegter werden, dies hat sich der evangelische Kirchenvorstand vorgenommen. Die Kosten für die Pflege sind größer, als die Einnahmen. Deshalb hat der Vorstand zum 30. Mai die Gebühren erhöht. Doch das wirke sich erst in ein paar Jahren aus, sagt Axel Witte, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der St.-Thomas-Gemeinde. Doch schon jetzt wird Geld benötigt, um einige Projekte umzusetzen. Der Kirchenvorstand bittet die Gemeindemitglieder nun um finanzielle Unterstützung.

Ungepflegter Eindruck

„So schlecht wie dieser, ist kein Friedhof, den ich kenne“, sagt Christa Schmidt. Die Frau ist an diesem Morgen mit der Gießkanne unterwegs, auf verschiedenen Gräbern versorgt sie die Pflanzen mit Wasser. Sie nervt der sehr ungepflegte Eindruck. Das Unkraut auf den Wegen, daneben und auf den eingeebneten Gräbern. Kirchenvorstandsvorsitzender Witte hört der Einwohnerin zu, nickt und erklärt, dass im Gegensatz zu früher kein Unkrautvernichtungsmittel mehr eingesetzt wird.„Die Angehörigen müssen die Steine entsorgen und dann wird noch nicht einmal neuer Rasen auf der ehemaligen Grabstelle ausgesät“, moniert Schmidt.

Der Weg zwischen den Kugelahorn-Bäumen soll hergerichtet, andere neu angelegt werden. Der Zaun muss gestrichen werden, dass eiserne Eingangstor kann ebenfalls frische Farbe vertragen, meint der Kirchenvorstand.

Fensterholz bröselt

Der Zugang zur Kapelle soll barrierefrei umgebaut und die Fassade gestrichen werden. Am rückwärtigen Teil der Kapelle sind die Holzfenster vom Regen schon so angegriffen, dass man sie beinahe mit dem Fingern zerbröseln kann. Auch sie sollen erneuert werden.

1967 ist die Leichenhalle gebaut worden. „Mit Hilfe von Spenden“, erklärt Witte. Das lasse ihn hoffen, dass auch dieses Mal genug Geld zusammen kommen wird. „Wir werden das nicht alles in einem Rutsch abarbeiten können“, sagt der gebürtige Wendhäuser. Aber der Anfang solle in diesem Halbjahr gemacht werden. Der Spendenbrief geht an alle Einwohner des Dorfes und wird dieser Tage versandt. Wie hoch die Kosten für die Sanierung sein werden, hat der Vorstand noch nicht ermittelt.

Alternative bestattungsformen

Der Kirchenvorstand will sich in Kürze in der St. Laurentius Gemeinde Hohenhameln zudem über alternative Bestattungsformen, wie etwa Baumgräber, informieren. Ein Trend, den die Kirchengemeinde nicht verpassen möchte. 2006 gab es in Wendhausen die erste Anfrage nach einem pflegeleichten Rasengrab. Der Kirchenvorstand gab damals grünes Licht und rechnete nicht mit der großen Nachfrage. Bis heute entschieden sich knapp 40 Menschen für diese Bestattungsform.