Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Kita-Container vor dem Krankenhaus

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 23.03.2019.

Johanniter schaffen „Übergangslösung“ – und bauen neue Kindertagesstätte an der Westallee

Von Michael Bornemann

Eime/Gronau. Die Johanniter-Unfallhilfe baut im Auftrag der Samtgemeinde Leinebergland an der Westallee in Gronau eine Kita für vier Gruppen. Bis zur Fertigstellung im Jahr 2021 betreiben die Johanniter auf dem Krankenhaus-Gelände eine zweigruppige Kita in Containern – als Übergangslösung. Den entsprechenden Betriebsführungsverträgen stimmte der Samtgemeinderat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit zu.

3,6 Millionen Euro soll das Bauvorhaben an der Westallee kosten. „Das ist die teuerste Kita, über die ich je abstimmen sollte“, sagte Siegfried Schmidt (SPD) zu Beginn der Debatte. Die Betreuungskosten summierten sich auf 15 000 Euro jährlich pro Kind. Er vermisse eine Wirtschaftlichkeitsprüfung. Seine Vermutung: „Ein Eigenbau der Samtgemeinde wäre sicher günstiger gewesen.“ Deshalb stimme er dem Vorhaben nicht zu.

Der Erste Samtgemeinderat Thomas Mensing hielt dagegen und verwies auf Bauamtsleiter Maik Götze, der ihm auf Nachfrage bestätigt habe, dass die Höhe der Baukosten durchaus in Ordnung sei.

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„Was wird denn eigentlich aus den Betriebsführungsverträgen mit den Johannitern, wenn wir den Kita-Vertrag mit dem Landkreis nicht unterschreiben?“ fragte Sonja Skarba-Döring (CDU). Die stellvertretende Sozialamtsleiterin Sonja Walter stellte daraufhin fest: „Der Kreis hat bereits zugesagt, dass er im Falle einer Nicht-Unterzeichnung in die Betriebsführungsverträge mit den Johannitern eintritt.“ Das Thema war vor der Sitzung von der Tagesordnung gestrichen worden, die Samtgemeinde will später darüber entscheiden.

Joachim Grutzeck (SPD) unterstrich, dass er sich auf die Angaben der Verwaltung verlasse. „Wir haben dringenden Handlungsbedarf und brauchen weitere Krippenplätze“, sagte er. Er werde den Vereinbarungen mit den Johannitern zustimmen. Dies tat am Ende auch die große Mehrheit des Samtgemeinderates, der die Verträge mit 21 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen und sieben Gegenstimmen billigte.

Bei den Erläuterungen zur Kindertagesstätten-Bedarfsplanung für 2019 wollte Siegfried Schmidt von der Verwaltung wissen, warum denn die Landesschulbehörde die Zahl der Plätze im Bantelner Kindergarten „Lummerland“ von 25 auf 20 reduziert habe, zumal der Kindergarten doch ganz neu sei. „Dort war der Geräuschpegel zu hoch“, erklärte Walter.