Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Wallungen: Kobold will für Verwirrung sorgen

Veröffentlicht von Martina Prante am 12.06.2019.

Hildesheim - - Eine wirklich dicke Nase hat der Kobold, der da völlig unerwartet aus dem Gebüsch springt und die Besucher am Wall zwischen Kehrwieder und Goschentor mit sphärischen Flötentönen umkreist. Für die dicke Nase seiner Maske hat Nico Franke schon gesorgt, das Konzept für seine Auftritte bei den Wallungen ist bisher nur in seinem Kopf.

„Ich hab total Bock auf die Walkact-Form, weil man extrem nah an einem Publikum ist, wie man es in dieser Breite im Theater nie erreichen würde“, erklärt der 30-Jährige. Franke ist mit Rataplum einer von fünf Walkacts und vier Theatergruppen, die bei den Wallungen am 6. Juli für die darstellende Kunst sorgen.

Franke hat Kulturwissenschaften in Hildesheim studiert und arbeitet als Darsteller bei der Hildesheimer Stelzengruppe Hochkant und der Theatergruppe Mennerdy. Die Wallungen hat er schon als Student erlebt, vor sechs Jahren war er mit einem Feuerwalkact beteiligt. „Als ich die Ausschreibung gesehen habe, dachte, ich, das ist ein schönes Ziel.“

Hut mit LED-Lämpchen

Die Idee mit dem Kobold hatte Franke schon im Kopf: „Ich hatte Lust, mit einer Obertonflöte und ihrem sehr natürlichen Klang sphärische Musik zu machen. Aber nicht als Konzert.“ Die Lust auf eine clowneske Figur und ein kleiner Spielzeugkobold auf dem Schreibtisch führten zur Maske mit der dicken Nase. Die soll nun noch durch Augenbrauen, Haare, Farbe im Gesicht, einen Hut und LED-Lämpchen Kontur gewinnen.

Zwei Mal eine Stunde wird Nico Franke alias Rataplum auf dem Wall zwischen Kehrwieder und Goschentor aktiv werden. In der Dämmerung zwischen 21 und 22 Uhr lauert er im Gebüsch, nachts zwischen 23.30 und 0.30 Uhr wird er auf einem Baumstamm sitzen und Musik machen. „Die Lautstärke wird mit dem Licht gekoppelt, je näher die Gruppe kommt, desto leiser werde ich“, ist Nico Frankes Idee.

Die drei Tage gültige Festivalkarte kostet 14, ermäßigt 10, für Kinder und im Sozialtarif 3 Euro. Der Vorverkauf (plus Gebühr) läuft über die TouristInfo und den HAZ-TicketShop in der Rathausstraße, die Filialen von Ameis-Buchecke und Galeria-Kaufhof, sorgt gibt es auch Programmhefte. An der Abendkasse kostet jede Karte 2 Euro mehr. Die Wallungen beginnen am 5. Juli um 20 Uhr am Kehrwiederturm, bieten Samstag von 16 Uhr open end Kultur auf den Wall-Anlagen und im Park und enden am Sonntag von 11 bis 18 Uhr mit Picknick im Park.

Wo noch mehr Theater passiert

Außer dem Kobold treiben sich zwischen 16 und 17 Uhr Klappergäule - am Kalenberger Graben herum, die RAM-Angels - sorgen zwischen 19 und 20 und 21 und 22 Uhr an gleicher Stelle für sphärische Klänge. Historisch wird es dort zwischen 16 und 23 Uhr mit den Stadtführerinnen - im Kostüm. Auf Stelzen wird Gudula Rittersport - von der Burg Siebenstein zwischen 19 und 20 Uhr ins Mittelalter entführen.

Theater mit Vertikalseil und Tanz bietet Theater Füh - am Samstag im Baum am Zirkuszelt. Schmidt’s Katzen - improvisieren zwischen 16.30 und 17.15 Uhr auf der Parkbühne. Im Tischlerei-Hof am Langelinienwall wird Dö van Dantje - abends Musikkabarett über Geschlechterrollen anbieten. Und Zunka - erzählt Stegreifgeschichten für Klein und Groß. Sonntags beim Picknick im Park gibt es weitere theatrale Stationen.