Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Giftiges Gas: Mitarbeiter von Shisha-Bar im Krankenhaus

Veröffentlicht von dpa am 16.04.2018.

Hildesheim - Die Stadtverwaltung hat erneut Shisha-Bars kontrolliert, um zu prüfen, ob Wasserpfeifenraucher dort zu hohen Kohlenmonoxidgehalten ausgesetzt sind. Einige der Lokale betrieben unzulässige Kaminöfen zum Anzünden der Shishakohle, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. In allen Gasträumen lagen die Kohlenmonoxid-Werte unterhalb des Grenzwertes. Aber nur ein Betrieb hatte ausreichend der vorgeschriebenen Warnmelder.

Bei einer ersten Kontrolle waren in den meisten Lokalen noch erhöhte Kohlenmonoxidgehalte festgestellt worden. Die Betreiber wurden zu ausreichend Lüftung und der Installation von Warnmeldern aufgefordert. Eine erneute Kontrolle sollte klären, ob sich die Lage verbessert hat.

Giftiges Kohlenmonoxid geruchslos

Wegen akuter Vergiftungen von Gästen war es zuletzt in etlichen Städten zu Rettungseinsätzen gekommen. Tückisch ist, dass frühe Symptome einer Vergiftung wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen meist auf den Tabak- oder auf Alkoholgenuss zurückgeführt werden. Das geruch- und farblose Gas Kohlenmonoxid wird beim Verbrennen der Kohle auf dem Wasserpfeifenkopf freigesetzt.

Auch wer selbst keine Shisha raucht, ist durch das in der Raumluft enthaltene Gas gefährdet. Eine Vergiftung und Bewusstlosigkeit können die Folge sein. So entdeckten die Kontrolleure bei der zweiten Überprüfung in einer Bar eine deutlich zu hohe Kohlenmonoxidkonzentration im Vorbereitungsraum für die Pfeifen. Zwei Mitarbeiter kamen deshalb ins Krankenhaus – ihr Gaswert im Blut war zu hoch.

Jeder zweite Zehntklässler hat Erfahrung mit Shishas

Berlin (dpa) - Jeder zweite Zehntklässler in Deutschland hat schon einmal Tabak aus einer Shisha geraucht. 15 Prozent der Zehntklässler greifen regelmäßig zur Wasserpfeife, häufiger tun dies Jungen als Mädchen. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Von den Schülern der Klassen fünf bis zehn haben 22 Prozent schon einmal Shishas geraucht. Sechs Prozent konsumieren dies demnach regelmäßig, also mindestens einmal im Monat.

Die Daten stammen aus dem DAK-Präventionsradar 2017, für den das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in sechs Bundesländern 7000 Schüler aus mehr als 400 Klassen befragt hat. Den Großteil der Ergebnisse hatte die Kasse bereits Anfang September veröffentlicht.

Ab Jahrgangsstufe sieben verfünffacht sich der Shisha-Konsum demnach innerhalb von drei Schuljahren. Während in Klasse sieben erst zwei Prozent der Schüler mindestens einmal im Monat eine Shisha rauchen, sind es in Klasse neun schon zehn Prozent.