Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Dombauverein will auf dem Domhof kräftig feiern

Veröffentlicht von Christian Harborth am 12.08.2019.

Hildesheim - Der Dombauverein ist im zehnten Jahr seines Bestehens auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern. Gegründet wurde er 2009, um Geld für die Sanierung des Mariendoms zusammenzutragen. Doch die ist seit fünf Jahren beendet. Jetzt hat sich der Verein vorgenommen, das „Gesamtpaket“ rund um den Dom ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. „Es geht uns darum, dass das Welterbe vermittelt wird“, sagt der Vorsitzende des Dombauvereins, Oberbürgermeister Ingo Meyer.

Was mit dem „Gesamtpaket“ gemeint ist, will der Verein der Öffentlichkeit kommenden Sonntag, 18. August, zeigen. Für diesen Tag lädt er zum Bürgerfest auf dem Domhof ein. Beginn ist um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Dom, anschließend geht es rund um das Gotteshaus weiter. Auf zwei Bühnen musizieren Ensembles, auf dem gesamten Areal gibt es Kleinkunst und Workshops, Führungen durch den Dom, das angeschlossene Museum und die Dommusik. Wer will, kann sich dort umsehen, wo Mitglieder der Domsingschule üben und die Pfeifen der Domorgel erklingen.

Alle Angebote kostenfrei – bis auf Essen und Trinken

Auch auf dem Areal soll es traditionell musikalisch zugehen: Hier ist unter anderem ein Bänkelsänger mit seiner Drehorgel unterwegs, um den Besuchern die Hildesheimer Stadtgeschichte musikalisch unterlegt näherzubringen.

„Alle Angebote sind kostenfrei“, sagt Barbara Scholz, Geschäftsführerin des Vereins. Aber für Essen und Getränke, die gastronomische Betriebe auf dem Domhof anbieten wollen, müssen die Gäste bezahlen. Als herausragenden Abschluss des Tages kündigt der Verein ein Konzert der Philharmonie des Theaters für Niedersachsen an, das um 19.30 Uhr auf der großen Bühne beginnen soll.

Teuer wird die Sause allemal. Mehr als ein Dutzend Unterstützer haben zusammen fast 50 000 Euro für das Fest gespendet. Mitgliedsbeiträge werden dafür nicht angetastet. Im Vergleich zum Betrag, den der Verein seit seiner Gründung insgesamt gesammelt und weitergereicht hat, ist die Summe aber gering: Allein für die Sanierung des Mariendoms trug er rund 3 Millionen Euro zusammen. Hunderttausende flossen, um etwa dem Dommuseum oder den Chören und Ensembles unter die Arme zu greifen, die regelmäßig im Dom zu sehen und zu hören sind.

Weihbischof Heinz-Günter Bongartz lobt das Engagement des Vereins wie der Menschen, die ihn unterstützen. „Es ist eine großartige Leistung der Bürgerschaft“, sagt der Domdechant, der auch im Vorstand des Vereins mitarbeitet. Ingo Meyer erklärt, er finde es faszinierend, wie viele Menschen sich zum Weltkulturerbe auf dem Domhof hingezogen fühlten – und das selbst bei fehlender konfessioneller Bindung. „Jetzt wollen wir ein Signal in die Stadt senden, dass es den Verein auch nach Beendigung der Sanierung des Doms noch gibt“, sagt Meyer. Und dass jedermann dazu beitragen könne, das Hildesheimer Welterbe an dieser Stelle weiter nach vorn zu bringen.