Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Kreis will in Kitas und Straßen investieren

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 11.10.2018.

Kreis Hildesheim - Der Landkreis Hildesheim rechnet auch im nächsten Jahr mit einem Millionen-Überschuss. 8,4 Millionen Euro mehr Einnahmen als Ausgaben sieht der Haushaltsentwurf vor, den die Kreisverwaltung von der kommenden Woche an in die politische Diskussion gibt. Für dieses Jahr hatte der Kreis ursprünglich mit einem Überschuss von 3,8 Millionen Euro gerechnet, inzwischen geht er sogar von 11,8 Millionen Euro aus.

Gleichzeitig will der Landkreis aber weiter kräftig investieren. Wie schon in den vergangenen Jahren führt das zu einem zweischneidigen Effekt. Einerseits sinkt die Summe der Kassenkredite, vergleichbar dem Dispo des privaten Kontoinhabers, immer weiter: Von gut 100 Millionen Euro im Jahr 2006 dürften sie bis zum Ende des nächsten Jahres unter 20 Millionen Euro sinken. In den nächsten zwei bis drei Jahren könnte der Kreis also diese Überziehungskredite komplett abbauen.

Erweiterung der Molitoris-Schule

Im gleichen Atemzug steigt allerdings die Summe der Darlehen für Investitionen immer weiter an. 133,7 Millionen Euro dürften es Ende dieses Jahres sein, bis Ende nächsten Jahres soll die Summe auf 150 Millionen Euro steigen. Die Hoffnung von Landrat Olaf Levonen: Wenn erst der Dispo abgebaut ist, kann der Kreis neue Investitionen aus seinen Überschüssen finanzieren und so langfristig die Schulden wieder abbauen. Das setzt allerdings eine dauerhaft gute Wirtschaftslage voraus.

Investieren soll der Landkreis aus Sicht der Verwaltung im nächsten Jahr vor allem in Schulen und Straßen. Allein für die Erweiterung der Molitoris-Schule in Harsum sowie Neubau und Sanierung von Mensa und Sporthalle dort sind gut 2,3 Millionen Euro veranschlagt. 920.000 Euro fließen in die energetische Sanierung und Fassade und Fenstern des Gymnasiums Himmelsthür, an vielen weiteren Schulen sind kleine Arbeiten vorgesehen.

Abriss der Brücke zwischen Lühnde und Wätzum

Ein weiteres Großprojekt für das kommende Jahr ist der Abriss der Brücke der Kreisstraße 522 zwischen Lühnde und Wätzum (Gemeinde Algermissen) über den Hildesheimer Stichkanal. 1,85 Millionen Euro sind allein für dieses Vorhaben vorgesehen.

Einen genauen Termin für die Arbeiten gibt es aktuell noch nicht – wenn es so weit ist, müssen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger wohl auf monatelange Umleitungen einstellen. Geplant sind außerdem Sanierungen der Straßen zwischen Hönnersum und Machtsum (Gemeinde Harsum), Mölme und Feldbergen (Gemeinde Söhlde) sowie Deinsen und Lübbrechtsen (Samtgemeinde Leinebergland), ferner der Ortsdurchfahrt von Westfeld bis zur Landesstraße zwischen Alfeld und Sibbesse sowie der Ortsdurchfahrt von Söder (Gemeinde Holle).

9 Millionen für Kitas

Deutlich höher als noch vor einigen Jahren sind die Aufwendungen des Landkreises für Kindertagesstätten. Mit 9 Millionen Euro kalkuliert die Verwaltung, vor sechs Jahren waren es noch 5 Millionen. Die Kita-Finanzierung ist derzeit allerdings noch Gegenstand von Verhandlungen zwischen Landkreis und Kommunen, bei ihrer Kalkulation ist die Verwaltung deshalb fürs erste von den alten Regelungen ausgegangen.

Erstmals öffentlich diskutiert wird das Zahlenwerk am Dienstag, 16. Oktober, im Finanzausschuss des Kreistages. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses in der Bischof-Janssen-Straße 31.