Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Kulturring startet mit prominenten Künstlern neu

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.09.2018.

Hildesheim - In den Ohren vieler Musikfans sind Klassik und Pop zwei gegensätzliche Welten. Und doch gibt es mindestens eine Gemeinsamkeit. „Die großen Namen ziehen“, sagt Bernhard Römer, der Geschäftsführer des Kulturrings. Das heißt leider auch: An den weniger bekannten Künstlern herrscht wenig Interesse, im Pop wie in der Klassik, selbst wenn sich um hochklassige Musiker handelt. Große Namen sind aber die Ausnahme, und Bernhard Römer zieht unzufrieden eine Bilanz der zurückliegenden Saison: „Das war die schlechteste, die es jemals gab.“

6000 Besucher bei 18 Veranstaltungen: „Das Interesse an dieser Musik scheint zurückzugehen“, sagt Bernhard Römer. In den letzten Jahren seien 300 bis 500 Konzertkarten mehr verkauft worden.

Kinderkonzerte gestrichen

Besonders stark war der Aderlass bei den beiden Kinderkonzerten. „Die kleine Zauberflöte“ im Audimax, sonst ein Selbstläufer, füllte den Saal nur halb, und die „Bremer Stadtmusikanten“ lief noch schlechter. In der kommenden Saison verzichtet der Kulturring deshalb auf Kinderkonzerte. Die finanziellen Einbußen waren zu groß.

83 000 Euro kosten die Konzerte den Verein insgesamt. In der vergangenen Saison konnten 60 Prozent dieser Ausgaben durch die Erlöse der Eintrittskarten gedeckt werden – die Klassik ist in hohem Maße auf Subventionen angewiesen

Auch die neue Reihe musik@cetera in der Domäne Marienburg, die Konzerte mit kulinarischen Genüssen, Vorträgen, Ausstellung, Quiz und Kostümführung verband, ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Hier hat der Kulturring-Vorstand jedoch beschlossen, nicht gleich nach dem ersten Versuch aufzugeben. In der Saison 18/19 gibt es ein Konzert in dieser Reihe, es ist schon fast ausverkauft: Am 11. November ist die Pianistin Ragna Schirmer zu Gast bei einem Nachmittag rund um St. Martin.

Ragna Schirmer in der Domäne

Ragna Schirmer – ein großer Name eben. Es ist nicht der einzige im aktuellen Programm. Gleich zum Auftakt am 30. September gastieren das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau und der Cellist Maximilian Hornung im TfN. „Das ist ein richtiger Senkrechtstarter“, sagt Bernhard Römer.

Der Harfenspieler Xavier de Maistre (am 5. Februar 2019), das Klavierduo GrauSchumacher zusammen mit dem Schauspieler Ulrich Noethen (24. März) und die Elph-Cellisten, die elf Cellisten des NDR Elbphilharmonie Orchesters (27. Mai), sind weitere prominente Gäste. „Da läuft der Vorverkauf schon vielversprechend“, berichtet Römer. Er persönlich freut sich am meisten auf den Franzosen Alexandre Tharaud: „Ich bin seit Jahren hinterher, dass er ein Klavierkonzert in Hildesheim gibt. Endlich ist es gelungen!“

Zu den positiven Neuigkeiten der vorigen Spielzeit gehört die Entdeckung der Bischofsmühle für Kammerkonzerte. Viele Besucher hätten das Ambiente, so Römer. Er hält aber auch die Kooperation mit dem Roemer- und Pelizaeus-Museum aufrecht. Für Konzerte mit Ensembles wie dem Fusion Duo (Schlagzeug und Bassposaune, 15. Februar) eigne sich der Schaffhausen-Saal besser, außerdem biete er etwas mehr Platz.

Oper als Comedy

Zwei Sonderveranstaltungen komplettieren die neue Saison: „Sing Oper Stirb!“, ein Operncomedy-Abend im TfN am 22. Januar, und eine Film- und Lesungsmatinee in Kooperation mit dem Kellerkino: Am 13. Januar ist im Riedelsaal der Volkshochschule der Film „Die Seele der Geige“ zu sehen, Tilman Strasser liest dazu aus seinem Debütroman „Hasenmeister“.

Und natürlich werden auch wieder Studienreisen angeboten. Römer: „Das gehört zum Kulturring einfach dazu.“

Der Kulturring stellt die Saison am Samstag, 15. September, beim „Open House“ vor. Von 10 bis 13 Uhr ist die Geschäftsstelle an der Judenstraße geöffnet. Ein Trio der Musikschule spielt, es gibt Sonderangebote und Geschenküberraschungen.