Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Mehr Bänke für die Fußgängerzone

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 13.06.2018.

Hildesheim - Einfach mal hinsetzen: Das wollen viele Besucher der Hildesheimer Innenstadt, haben Umfragen gezeigt. Für sie haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs am Mittwoch insgesamt sieben Sitzbänke in der Fußgängerzone zwischen Kaiser- und Schuhstraße aufgestellt. „Das gehört zu unserem Plan, die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum zu verbessern“, erklärte Stadtbaurätin Andrea Döring, während die Bauhof-Arbeiter Christian Brunotte und Dieter Böhm die Sitzmöbel vom Anhänger auf das Straßenpflaster hievten.

Geht man davon aus, dass auf einer dieser Bänke vier Menschen Platz finden, ergeben sich somit 28 neue Sitzgelegenheiten in der Fußgängerzone, in der Bänke bislang eher rar gesät sind. Ob und wie lange sie an Ort und Stelle bleiben, ist allerdings ungewiss.

Denn Böhm und Brunotte schraubten die Anlagen nicht im Boden fest – nicht etwa, weil sie es vergessen hätten, sondern weil die Stadt das gar nicht will. „Die Menschen sollen sich die Räume zu eigen machen“, sagt Döring im schönsten Stadtplaner-Deutsch, erklärt dann aber auch, wie sie das im konkreten Fall meint: „Wenn eine größere Gruppe kommt, können die sich auch einfach eine zweite und dritte Bank dazu holen nach dem Motto , Viele Hände, schnelles Ende’“.

10 000 Euro Schaden im Jahr

Dass dieses Motto auch im negativen Sinne gelten könnte, ist der Stadt nach eigenen Angaben durchaus bewusst. Denn viele Hände könnten die Bänke nicht nur innerhalb der Fußgängerzone von A nach B tragen, sondern auch aus der Innenstadt heraus und sonstwohin. Oder sie einfach umwerfen, beschädigen oder in irgendeine Ecke werfen, in der sie dann im Weg sind.

Leidgeprüft ist die Stadt allemal: Auf rund 10 000 Euro beziffert Ulrich Schartner, Bereichsleiter Grünpflege bei der Stadtverwaltung, den Schaden, der der Stadt jährlich durch Vandalismus an Bänken entsteht, etwa, wenn Randalierer sie in den Hohnsensee, die Innerste oder andere Gewässer im Stadtgebiet werfen.

Schartner betont denn auch, die Stadt setze bei den neuen Bänken auf das „Verantwortungsbewusstsein“ der Bürger. „Die Bänke dürfen in der Fußgängerzone jederzeit umgestellt werden, so lange sie keine Fluchtwege blockieren – aber bitte nur in der Fußgängerzone!“ Wer sie woanders hin mitnehme, müsse damit rechnen, dass sie schnell entdeckt würden: „Diese Bänke sind Unikate, die gibt es in dieser Bauweise nicht woanders.“