Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Mehr Geld für VHS? Landkreis bewegt sich

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 06.12.2017.

Hildesheim - In den seit Monaten schwelenden Streit um die Gehälter der Volkshochschul-Mitarbeiter kommt Bewegung. Der Landkreis ist jetzt unter bestimmten Bedingungen bereit, zumindest im nächsten Jahr einen Zuschuss von 200 000 Euro zu zahlen. Eine Entscheidung darüber soll bereits am Donnerstagnachmittag im Kreistag (16 Uhr, Kreishaus, Bischof-Janssen-Straße 31) fallen.

Wie berichtet wird ein Großteil der Volkshochschul-Belegschaft nach einem schlechteren Tarifvertrag bezahlt, als der Rest. Der Personalrat der Bildungseinrichtung und die Gewerkschaft Verdi fordern deshalb „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“. Das allerdings würde die Volkshochschule (VHS) rund 270 000 Euro zusätzlich im Jahr kosten – Geld, das die Einrichtung derzeit nicht zur Verfügung hat, wie auch die Arbeitnehmer-Vertreter einräumen. Höhere Gebühren für Kursteilnehmer wollen beide Seiten gern vermeiden.

„Einmaliges Sonderbudget“

Die Stadt, über einen Trägerverein eine der beiden Stützen der VHS, hatte früh abgewunken. Angesichts der finanziellen Situation seien keine höheren Zahlungen drin. Beim Landkreis wurden verschiedene Modelle geprüft und wieder verworfen, unter anderem gab es zwischenzeitlich den Plan, den Erlös aus einer Windrad-Beteiligung der kreiseigenen Holding in die Volkshochschule zu stecken. Schließlich hieß es, man fordere erst einmal mehr Geld von Land und Agentur für Arbeit, da viele Kurse auch auf deren Betreiben liefen. Die Mitarbeiter verlieren allerdings langsam die Geduld, nach mehreren Flugblatt-Aktionen in der Innenstadt schließen sie für das nächste Jahr auch Streiks nicht mehr aus.

Wie berichtet beantragten daraufhin die Grünen im Kreistag, der Landkreis solle künftig die fehlenden 270 000 Euro pro Jahr zusätzlich zahlen. Das geht der Großen Koalition aus SPD und CDU zu weit. Ihr Vorschlag, der aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Kreistag am Donnerstag auch beschlossen würde dürfte: Die Volkshochschule bekommt im nächsten Jahr ein „einmaliges Sonderbudget“ in Höhe von 200 000 Euro.

Vorher soll die VHS allerdings darlegen, ob das Land zur Bezahlung von Sprachkursen für Flüchtlinge verpflichtet ist, ob das Jobcenter Kosten für Kurse zur Weiterbildung von Arbeitslosen erstattet hat und welche Einsparmöglichkeiten die Volkshochschule in ihren internen Arbeitsabläufen sieht. Auch ihre Angebotspalette soll die VHS kritisch unter die Lupe nehmen.