Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Mehr Schaden als Nutzen: Grüne reduzieren Wahlplakate

Veröffentlicht von Rainer Breda am 14.05.2019.

Kreis Hildesheim - Die Kreis-Grünen verzichten im Europawahlkampf fast völlig auf den Einsatz von DIN-A-1-Plakaten. Die Partei reagiert damit auf die allgemeine Plakat-Flut bei den Wahlen in den vergangenen Jahren.

Viele Bürger hätten sich von der Wahlwerbung eher abgestoßen als angesprochen gefühlt, sagte Klaus Schäfer, einer der beiden Vorstandssprecher des Kreisverbandes, der HAZ. Denn in etlichen Bereichen in der Stadt Hildesheim und im übrigen Kreisgebiet hätten „unzählige Plakate“ das Erscheinungsbild dominiert. Daher sei zu befürchten, dass diese Art von Werbung eher zur Politikverdrossenheit beitrage als zur politischen Willensbildung der Wähler. Außerdem diene die Entscheidung dem Umwelt- und Klimaschutz, erklärte Schäfer: Eine umfangreiche Plakatierung mit Postern, die auf Kunststoff gezogen seien, lasse sich mit beidem nicht in Einklang bringen. „Die Sachen sind zwar zu einem großen Teil recyclebar – aber umweltfreundlich sind sie nicht gerade.“

Mehr „Wesselmänner“

Die Grünen setzen statt dessen fast ausschließlich auf Großflächenplakate, wie sie am Hindenburgplatz in Hildesheim zu finden sind, sogenannte „Wesselmänner“: Ihren Einsatz hat die Partei nach Schäfers Angaben kreisweit ausgedehnt – was dazu führe, dass die Kostenersparnis durch den Verzicht auf die DIN-A-1-Plakate etwas geschmälert werde. Unterm Strich gebe der Kreisverband aber durch den neuen Kurs immer noch etwa 3000 Euro weniger aus als sonst. Normaler Weise hätten die Grünen laut Schäfer bei einer Wahl 400 bis 500 DIN-A-1-Plakate eingesetzt. br