Hildesheimer Allgemeine Zeitung

„Mir fällt ein großer Stein vom Herzen“

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 16.02.2019.

Vorsitzender Stephan Käsehage atmet nach dem Mitgliederentscheid über die Auflösung des FC Algermissen von 1990 und die Fusion mit dem SV Algermissen von 1911 erleichtert auf

Von Andreas Kreth

Algermissen. Binnen 42 Minuten ist die Sache erledigt gewesen. Wie bereits kurz berichtet, hat die Mitgliederversammlung des FC Algermissen von 1990 am Donnerstagabend die Auflösung des Vereins zum 30. Juni und die Fusion mit dem SV Algermissen von 1911 beschlossen. Vereinsvermögen und Mitglieder (derzeit 121) gehen dann am 1. Juli in den neuen FSV Algermissen 1911/1990 über. „Ich möchte ihnen allen gratulieren. Das tut Algermissen und dem Fußball hier im Ort sehr gut“, sagte Ortsbürgermeister Ulrich Käsehage, selber Vereinsmitglied und Bruder des FC-Vorsitzenden Stephan Käsehage.

Gestern Abend zog dann der SV Algermissen nach. Seine Mitglieder stimmten ebenfalls für die Fusion (siehe Artikel rechts).

FC-Vorsitzender Stephan Käsehage freute sich: „Ich hätte niemals geglaubt, dass es so glatt durchgeht. Mir fällt ein großer Stein vom Herzen.“ Er hatte befürchtet, dass in seinem Klub die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht zustande kommen könnte. Aber viele Fusionsgegner waren offenbar gar nicht erst zur Mitgliederversammlung ins Sportlerheim an der Ostpreußenstraße gekommen – oder sind inzwischen schon ausgetreten.

Daher gab es vor der Abstimmung auch keine größeren Diskussionen. Freilich hatte es im Vorfeld auch einige Arbeitskreise gegeben, die schon etliche Fragen geklärt hatten. Nur 19 Minuten nach der Begrüßung wurde schon gewählt. 47 Mitglieder stimmten dafür, zwei dagegen und drei enthielten sich. Werner Hoffmann, einer der Gegner, begründete seine Haltung später gegenüber der HAZ so: „Eine Fusion im Herrenbereich ist richtig, kann aber nur anfangen mit der Jugend. Da hat es nicht ganz geklappt, weil die U 17 und U 18 nicht dabei sind, sondern eigenständig beim JFC beziehungsweise dem SV bleiben.“

Der Zusammenschluss der beiden Vereine ist nötig geworden, um die Zukunft des Fußballs im Ort zu gewährleisten. Allein hätte es keiner von beiden langfristig geschafft. Außerdem soll so der Nachwuchs im Ort gehalten werden. Der FC gehe erhobenen Hauptes in die Zusammenarbeit mit dem Verein, aus dem er sich einst abgespalten hatte. Das unterstrich Stephan Käsehage auch mit den Worten: „Wir haben uns nicht unterworfen, sondern in den Fusionsgesprächen gut durchgesetzt.“ Das neue Wappen werde sowohl den Adler und das Gründungsjahr 1990 des FC als auch die Elster und das Jahr 1911 des SV zeigen. Das I. Herrenteam werde am Grasweg spielen.

„Wir gehen als gleichwertiger Parter in die Fusion, die Auflösung hat nur rechtliche Gründe“, sagte Trainer Oliver Kauer. „Wir haben perfekt gewirtschaftet und können stolz sein, was wir seit 1990 erreicht haben. Die Werte, die den FC geprägt haben, werden wir in den neuen Verein aufnehmen“, versprach Kauer. Der amtierende Vorstand wird bis zur Fusion im Amt bleiben.

Letztmals ehrte der FC von 1990 verdiente Mitglieder. Kurios: Vorsitzender Käsehage zeichnete mit Werner Hoffmann ausgerechnet einen der beiden Fusionsgegner aus. Hoffmann ist seit 25 Jahren im Verein.

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