Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Mit drei Promille unterwegs: Intensivtäter verurteilt

Veröffentlicht von Renate Klink am 11.01.2018.

Hildesheim - Sein Leben hatte er lange Zeit gut im Griff. Er hatte einen Job, eine Familie, ein bürgerliches Zuhause. Doch dann haben ein Herzinfarkt, Alkohol und psychische Probleme alles aus dem Lot gebracht. Als Intensivtäter, der zwischenzeitlich sogar auf der Straße lebte, hat ihn die Richterin am Amtsgericht am Donnerstag zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt – ohne Bewährung. Allerdings soll der 55-Jährige zunächst in einer Entziehungsklinik seine Alkoholsucht in den Griff bekommen. Sie ist wohl bei vielen Straftaten der Auslöser gewesen. Wegen der Vielzahl der angeklagten Taten saß der Mann – er stammt aus Afghanistan – seit September in Untersuchungshaft. Diebstahl, Körperverletzung, Fahren ohne Führerschein, Trunkenheit am Steuer: Bei dem ausgebildeten Dolmetscher hatte sich ordentlich etwas angesammelt. Innerhalb von nur drei Monaten ist er immer wieder auffällig geworden. Obwohl er bei fast allen Taten betrunken gewesen war, konnte der Angeklagte sich erinnern und räumte die Vorwürfe unumwunden ein.

Mit Schlangenlinien aufgefallen

Mal hatte er in einer Obdachlosenunterkunft randaliert, dort andere Menschen beleidigt und mit Gegenständen beworfen. Dann hatte er auf einem Parkplatz am Hohnsensee einen unverschlossenen BMW nach Wertsachen durchsucht, bis der Besitzer ihn erwischte. In der Goschenstraße hatte er ein Auto aufgebrochen, zufällig den Zweitschlüssel im Handschuhfach gefunden und war dann mit dem Wagen losgefahren – ohne Führerschein. Dafür mit drei Promille Alkohol im Blut. In Salzgitter fiel der Mann durch Schlangenlinien auf, verursachte zwei Unfälle. Es blieb bei Blechschäden.

Mehrere Diebstähle

Bei Saturn hat er ein Handy gestohlen, bei Deichmann ein paar Turnschuhe. Nach weiteren Diebstählen hat der 55-Jährige im Juni auf dem Gelände des VfV-Schwimmbads einen Rucksack an sich genommen. Als der Besitzer das bemerkte und sein Eigentum zurückholen wollte, wurde der Angeklagte handgreiflich.

Die Richterin machte dem Mann deutlich, dass er das Urteil als Chance sehen solle, wieder ein normales Leben führen zu können. Der 55-Jährige hat es sofort angenommen.