Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Wesseln: Mit Wohnmobil am Segelflugplatz festgefahren

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 12.06.2019.

Bad Salzdetfurth/Wesseln - Am frühen Mittwochmorgen musste die Feuerwehr ein Ehepaar aus Ravensburg aus einer misslichen Lage befreien. Es hatte sich bei Regen und schlechter Sicht auf sein Navi verlassen und sich mit seinem Wohnmobil prompt verfahren: Statt den Stellplatz in Detfurth anzusteuern, landete es mit seinem 3,5 Tonnen schweren Gefährt auf der steilen Zufahrt zum Segelflugplatz in Wesseln. Beim Versuch, das Fahrzeug rückwärts von der steilen Strecke zu lenken, geriet es auf den Grünstreifen, stand schließlich gefährlich nah am Abhang und drohte vom Weg abzurutschen. Der 84-jährige Fahrer rief in seiner Not die Leistelle der Polizei in Hameln an. Ein Hilfeleistungseinsatz der Stufe 1 wurde in Gang gesetzt – 65 Rettungskräfte machten sich auf den Weg.

Es war etwa 0.15 Uhr, als der Anruf in der Leitstelle einging. Dort bewertete man aufgrund der Schilderung des Fahrers den Vorfall. Bei den Einsatzkräften in Hockeln, Klein Düngen, Wesseln, Detfurth, Bad Salzdetfurth und Bodenburg kam der Alarm gegen 1 Uhr an. Außerdem wurde ein Rüstwagen der Feuerwehr Technischen Zentrale (FTZ) angefordert, ebenso zwei Rettungswagen plus ein Notarzt-Einsatzfahrzeug.

Fahrer steht mit beiden Füßen auf der Bremse

Eine Streife der Polizei Bad Salzdetfurth war zuerst am Ort des Geschehens und machte sich aufgrund der Ortskenntnis einen Überblick über die Lage. Die Rettungsfahrzeuge blieben zunächst unterhalb des steilen Weges, um von dort koordiniert eingesetzt werden zu können. Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt traf kurz nach der Polizei ein. „Der Fahrer hatte die Handbremse angezogen und stand zusätzlich mit beiden Füßen auf der Bremse – und war schon am Rand seiner Kraft“, beschreibt er die Situation, die sich ihm bot. Wegen des sehr engen Steilstückes waren die Bergungsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt: Der Unimog der Ortsfeuerwehr Heinde musste zusätzlich angefordert werden. Das robuste Fahrzeug schleppte schließlich das Wohnmobil vom Hang weg bis hinauf auf den Parkplatz des Flugfeldes. Dort hatte der Fahrer die Möglichkeit zu wenden – und konnte seinen 3,5-Tonner vorwärts den Hang wieder hinunterchauffieren.

Durch das reibungslose Zusammenarbeiten aller Einsatzkräfte wurde ein Schaden am Wohnmobil verhindert, verletzt wurde niemand.

Geleit zum Stellplatz in Detfurth

Das Ehepaar war nach seinem unfreiwilligen Abenteuer sichtlich erleichtert – und wurde von der Polizei zum Wohnmobilstellplatz am Solebad in Detfurth begleitet. Ob es im Nachhinein wegen des Großeinsatzes noch zur Kasse gebeten wird? Stadtbrandmeister Bellgardt kann das nicht sagen. „Das wird letztendlich eine Ermessensfrage der Stadt Bad Salzdetfurth sein. Sie bekommt unsere Einsatzberichte und wird den Vorfall daraufhin bewerten.“

Für die Einsatzkräfte, die zuvor schon zwischen 21.30 bis 22.30 Uhr wegen zweier vermeintlicher Blitzeinschläge ausgerückte waren, endete der ehrenamtliche Einsatz in Wesseln gegen halb vier. Die meisten mussten nur wenige Stunden später zu ihren regulären Jobs aufbrechen.