Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Moorbrand: Kreisfeuerwehr kritisiert Krisenstab

Veröffentlicht von Christian Wolters am 11.10.2018.

Meppen/Kreis Hildesheim - „Feuer aus“, hat die Bundeswehr am Mittwoch nach einem Tornadoflug über das Brandgebiet im Moor bei Meppen gemeldet. Das Fazit der Katastrophen-Einsatzkräfte von der Hildesheimer Kreisfeuerwehr fällt aber zwiegespalten aus: Während die Zusammenarbeit intern gut funktioniert habe, gibt es Kritik am Innenministerium und der Arbeit des Krisenstabes.

„Da ist einiges durcheinandergegangen, da müssen die vom Innenministerium dran arbeiten“, sagt Kreisbrandmeister Josef Franke unverblümt. Seine Kritik bezieht sich zum Beispiel darauf, dass die Hildesheimer Einsatzkräfte nach ihrem ersten Vier-Tages-Einsatz im Emsland nach Hause geschickt wurden, nur um drei Tage später wieder samt der benötigten Tanklöschfahrzeuge zurück an die Einsatzstelle berufen zu werden. Beim ersten Mal rückten 26 Aktive aus allen Brandabschnitten, beim zweiten Mal 38 aus. Unter der Einsatzleitung des stellvertretenden Bockenem Stadtbrandmeister Ralf Sander haben die Hildesheimer Retter im Emsland allein beim ersten Einsatz 278.400 Liter Wasser transportiert, beim zweiten mehr als 10.000 Meter B-Schläuche aufgerollt und abtransportiert. Bis zu 5000 Meter lang waren die Strecken, die zwischen Wasserquelle und Brandort überbrückt werden mussten. Sanders positives Fazit bezieht sich auf die Zusammenarbeit der Hildesheimer Einsatzkräfte: „Die Fachzüge Wassertransport aus den verschiedenen Einsatzabschnitten im Landkreis sind gut zusammengewachsen“, sagt er: „Die Leute kannten sich zuvor ja nicht.“ Ein großes Lob spricht er auch den Arbeitgebern aus, die die Feuerwehrleute frei stellen mussten. „Da können wir uns nur bedanken“, sagt Sander. Auch er merkt jedoch an, dass die Kompetenzen zwischen Bundeswehr, Militär-Feuerwehr, Standortfeuerwehr, Technischem Hilfswerk und den Freiwilligen Feuerwehrkräften nicht immer klar geregelt gewesen seien. „Man hat sich aber zusammen gefunden“, sagt Sander.

Da schließt sich auch Kreisbrandmeister Franke an. Trotzdem stellt er heraus, dass der Einsatz vom sogenannten Kompetenzzentrum für Schadenslagen beim Innenministerium, das die Federführung hatte, durchaus noch einmal nachgearbeitet werden müsse. „Das habe ich auch gefordert.“ So seien die Meldewege zum Beispiel nicht eingehalten worden. Mal sei die Hildesheimer Leitstelle angerufen worden, mal sei wieder Franke direkt angerufen worden. Und das fast immer in der Nacht – bei einem Einsatz, der schon seit vielen Tagen lief. Auch die Tatsache, dass die Gesundheitsgefahr für die Einsatzkräfte nicht klar gewesen und nicht deutlich darüber gesprochen worden sei, das hinterlasse einen seltsamen Beigeschmack, sagt Franke.