Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Mühlenflügel in Asel stehen still

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 14.05.2019.

Asel - Die Windräder der denkmalgeschützten Paltrockmühle auf der Anhöhe zwischen Asel und Harsum stehen seit einigen Wochen still. Grund dafür ist ein verrotteter Windbalken, auf dem die Achse und die große Flügelwelle gelagert sind.

Durch den verfaulten Windbalken hat sich der Katzenstein, wie das Flügelradlager in der Windmühlensprache heißt, um mehr als zehn Zentimeter abgesenkt. Deshalb kann sich die hölzerne Flügelwelle mit dem großen Kammrad als Antrieb für den waagerechten Bunker, der die Königswelle für das Mahlwerk antreibt, nicht mehr drehen und die hölzernen Zahnräder drohen teilweise auszubrechen.

Der Mühlstein auf dem Windbalken trägt die gesamte tonnenschwere Last der Flügel. Es handelt sich hier um einen ölhaltigen Schieferstein. „Wenn er heiß wird, riecht er wie ein Kater. Daher hat er seinen Namen“, erklärt Vorsitzender Gerald Lange, der den Schaden mit Kassenwart Manfred Kölsch begutachtete. Die Aseler Mühle steht an dieser Stelle bereits seit 1894 und ist heute in Besitz des Mühlenvereins. Er hatte im Jahr 1992 die zerfallene Mühle restauriert.

18 000 Euro für die Reparatur

Der Aufwand für die jetzige Reparatur ist nicht unerheblich. „Mit dem Mühlenbauer Pätzmann aus Winsen an der Luhe gibt es im Grunde nur noch einen Experten im norddeutschen Raum, der solche Arbeiten ausführen kann“, sagt Lange.

Die Kosten für den Austausch des verrotteten Balkens belaufen sich laut Kassenwart Kölsch auf rund 18 000 Euro. Allein der fünf Meter lange Eichenholzbalken in einer Stärke von 46 mal 38 Zentimetern kostet ohne Montage schon mal 3000 Euro. Vorher muss von außen die Vorderwand demontiert werden, um den alten Balken mit einem Autokran abnehmen und den neuen wieder einsetzen zu können.

Zwei Autokrane notwendig

Ein zweiter Autokran muss in dieser Zeit die Flügel mit der Flügelwelle anheben. Ganz zum Schluss wird die Vorderwand auf der Flügelseite wieder mit Lärchenholz und darunterliegender Papplage vom Hubsteiger aus neu verschalt. „Das ist ein ganz schöner Aufwand“, sagt Lange. Bis zum traditionellen Mühlentag mit Kinderfest am Pfingstmontag, 10. Juni, sollen sich die Flügel wieder drehen.

Lange rechnet damit, dass der Mühlenbauer in der nächsten oder übernächsten Woche mit den Arbeiten beginnt, denn der Auftrag ist bereits erteilt. Sorge bereitet ihm und dem Verein nur noch die Finanzierung. Man hofft auf einige Sponsoren und freiwillige Spender, um die Vereinskasse des 86 Mitglieder zählenden Vereins nicht zu überfordern. „Ich bin da aber zuversichtlich, dass es uns gelingt“, sagt Lange.