Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Murawski wird neuer Sportdirektor bei Eintracht

Veröffentlicht von Ulrich Hempen am 11.09.2019.

Hildesheim - Ende Mai hatte es die neue HC Eintracht Hildesheim GmbH um Investor und Unternehmer Delf Neumann angekündigt: „Bis September wollen wir einen Sportdirektor finden, der ab Juli 2020 die Geschicke von Eintrachts Profi-Handballer leiten soll.“

Spielt noch in der 1. Bundesliga

Dieser Zeitplan wurde eingehalten. Am Mittwoch präsentierten Gastro&Soul-Chef Neumann und GmbH-Beirat Matthias Behnke ihren Mann: Martin Murawski bekommt den Job. Eine überraschende Personalie. Schließlich ist Murawski gerade 31 Jahre alt und läuft noch bis zum Saisonende als Spieler für den Bundesligisten HC Erlangen auf. Ein Profi-Team geführt hat er bisher noch nicht. Aber Murawski ist in Hildesheim kein Unbekannter. Er hat sozusagen Stallgeruch.

Der gebürtige Berliner stand in der Rückrunde der Saison 2012/13 bei den Hildesheimern als Linksaußen unter Vertrag. Damals spielte Eintracht noch in der 2. Bundesliga. Und Murawski hinterließ vor gut sechs Jahren als Handballer einen starken Eindruck in der Volksbank-Arena. Obwohl damals bereits früh feststand, dass er am Ende der Serie zum ambitionierteren HC Erlangen wechseln wird, hängte er sich bis zum Schluss voll rein. Er schaffte mit den Hildesheimern den Klassenerhalt. Im Sommer 2013 ging Murawski dann zu den Franken.

„Die Zusammenarbeit mit Martin ist über einen längeren Zeitraum angelegt“, sagte Delf Neumann. „Es waren gute Vertragsgespräche mit ihm. Er war kein Stück devot oder so, er hat eine ganz klare Vorstellung. Wir sind überzeugt davon, dass er erfolgreiche Arbeit leisten wird.“ Wie lange genau der gerade abgeschlossene Vertrag läuft, behalten Murawski und Neumann für sich.

Neumann ist Motor der neuen HC Eintracht Hildesheim GmbH, die ab nächsten Sommer die Hildesheimer Handball-Profis vermarktet. Die GmbH übernimmt dann die Verantwortung von der bisherigen Gesellschaft und löst damit auch den langjährigen Geschäftsführer Gerald Oberbeck ab.

Das Team soll neu aufgestellt und umstrukturiert werden. Ziel ist es, an alte sportliche Erfolge anzuknüpfen und Eintracht mittelfristig wieder in der 2. Liga zu etablieren. Mit der Murawski-Verpflichtung ist ein weiterer Schritt gemacht worden.

Pressekonferenz in der Voba-Arena mit (von links) Gerald Oberbeck, Matthias Behnke, Martin Murawski und Delf Neumann. Foto: Werner Kaiser

Zwar hat er noch kein Profi-Team geführt – Referenzen bringt der Neue dennoch mit. Er verfügt durch die vielen Jahre als Spieler in der 1. und 2. Liga über ein breites sportliches Netzwerk. Daneben schloss der 31-Jährige ein Bachelor-Studium mit den Schwerpunkten Sponsoring, Eventmanagement, Controlling, Finanz- und Personalmanagement ab.

Während der Pressekonferenz am Mittwoch prasselten schon viele Fragen auf Murawski ein, was die Zukunft der Mannschaft angeht. „Der Aufstieg soll so bald wie möglich passieren. Wir wollen zügig zurück in die 2. Liga und dort auch eine Rolle spielen. Aber ich werde kein genaues Zeitfenster nennen – das wäre auch nicht schlau“, so der Sportdirektor in spe.

Kader-Planung

Auch, was die künftige Kader-Zusammenstellung angeht, hält er sich bedeckt. „Wir werden uns in den kommenden Monaten mit den aktuellen Spielern unterhalten. Es zählt aber die Leistung, die die Jungs in dieser Saison zeigen.“ Soll heißen: Vorschuss-Lorbeeren gibt es für niemanden. Auch nicht für Leute wie Robin John, Lothar von Hermanni und Maurice Lungela, mit denen Murawski selbst noch als Handballer für Eintracht gespielt hatte.

Neben der Kaderplanung gehören die Leitung der Geschäftsstelle, das Sportmarketing, die Öffentlichkeitsarbeit, die Sponsorenbetreuung und das Eventmanagement für die Volksbank-Arena zu seinen Aufgaben. Zur laufenden Saison will er sich nicht äußern: „Bis Sommer haben noch Gerald Oberbeck und Trainer Jürgen Bätjer die Verantwortung.“

Zwölf Bewerbungen hatte es auf die Ausschreibung auf den Sportdirektor-Posten gegeben. „Sechs davon konnte man ernstnehmen“, so Delf Neumann. Für Murawski sprach auch, dass Noch-Geschäftsführer Oberbeck viel von dem Mann hält. Neumann: „Gerald hat ihn empfohlen.“

Martin Murawski ist verheiratet. Seine Frau Madeleine wird zunächst ihr Zahnmedizinstudium an der Uni in Mainz abschließen und dann wohl ebenfalls nach Hildesheim ziehen.

Der neue Sportdirektor kehrt gern zurück in die Domstadt. Der Kontakt zwischen ihm und insbesondere seinem damaligen Trainer und dem aktuellen Geschäftsführer Gerald Oberbeck sei nie abgebrochen: Murawski: „Auch, wenn ich damals nur eine halbe Saison für Eintracht gespielt habe, fühlte ich mich hier sehr wohl.“