Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Nabu: Nistkästen erst im Februar säubern

Veröffentlicht von Alexander Raths am 09.10.2019.

Kreis Hildesheim - Wer den Spätsommer als Reinigungstermin verpasst hat, sollte im Herbst keine Nistkästen mehr säubern. Der Hildesheimer Kreisverband des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) rät dazu, die Nisthilfen erst nach dem Winter zu säubern. „Nach dem Ausflug der Vormieter haben sich in vielen Behausungen neue Bewohner einquartiert“, erklärt Dieter Goy, zweiter Vorsitzender beim Nabu. „Dazu gehören zum Beispiel Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen- und Hummelköniginnen und Säugetiere wie diverse Mäusearten und Fledermäuse.“ Überdies suchen einige Vogelarten wie etwa Meisen in kalten Winternächten Unterschlupf in den Nistkästen. „Um die Reinigung sollte man sich also erst Mitte Februar kümmern“, so Goy weiter. „Wichtig ist, die Quartiere vor dem Beginn der Brutsaison im kommenden März zu säubern.“

Tieren das Leben retten

Ob Meisen, Kleiber, Eichhörnchen – selbst die wetterfestesten Freiluft-Profis mögen bei Kälte, Schnee und Frost eine warme Schlafstube, hebt Goy hervor. Manchem Vogel kann die Nisthilfe im Winter sogar das Leben retten. Da Vögel mit 39 bis 42 Grad ständig eine höhere Körpertemperatur als Säugetiere aufrecht erhalten müssen, verbrennen sie in der kalten Jahreszeit viel Körperfett. Sie verlieren schnell an Gewicht und sind oft geschwächt. Eine kalte Nacht auf einem schutzlosen Zweig kann da mitunter schon zum Verhängnis werden. „Spatzen bauen deshalb regelrechte Winternester, in die sie sich bei Frost einkuscheln“, erläutert Goy.

Welche Regeln wichtig sind

Der Nabu rät dazu, beim Säubern der Nisthilfen Regeln einzuhalten: Zum Reinigen dürfen keine scharfen chemische Reinigungsmittel oder Desinfektionsmittel verwendet werden. Es reicht aus, wenn der Kasten gründlich ausgefegt wird. Bei starkem Parasitenbefall kann man auch mit klarem Wasser und gegebenenfalls etwas Sodalauge ausspülen. Danach sollte das Kasteninnere gut austrocknen.

Und: Vor Überraschungen bei der Nistkastensäuberung ist man nach Angaben des Nabu nie gefeit. Es empfiehlt sich daher, an die Gehäuse anzuklopfen, damit mögliche Bewohner – etwa eine Hasel- oder eine Waldmaus – gewarnt sind und den Kasten verlassen kann. Auch der Siebenschläfer hält sich dem Nabu zufolge oft in Nistkästen auf.