Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Himmelsthür: Bruns gibt Bürgermeister-Amt ab

Veröffentlicht von Rainer Breda am 16.05.2018.

Himmelsthür - Kein anderer Ortsbürgermeister im Stadtgebiet ist durchgängig so lange im Amt wie er, seit Jahren fährt er bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen in Himmelstür ein. Doch jetzt macht Alfons Bruns Schluss: Nach 17 Jahren gibt der Christdemokrat den Bürgermeister-Posten ab.

Nachfolger dürfte aller Voraussicht nach CDU-Fraktionschef Christian Stock werden, bislang einer der beiden Stellvertreter von Bruns. Die Wahl steht am nächsten Mittwoch (18 Uhr, Realschule) im Ortsrat auf der Tagesordnung.

Die Gründe

Bruns begründet seinen Schritt mit der Doppelbelastung durch Beruf und Ehrenamt: „Das ist zuletzt einfach zu viel geworden.“ Der 55-Jährige arbeitet als selbstständiger Versicherungsmakler, Ortsbürgermeister ist er seit 2001 – damals war er auch erstmals in den Ortsrat eingezogen. Für den er nimmt er neben dem eigentlichen kommunalpolitischen Geschäft nach eigenen Angaben im Jahr rund 120 Repräsentationstermine wahr, dazu kommt das Organisieren von Veranstaltungen wie Boßelturnier, Weinfest und Ähnlichem.

Der Aufwand dafür sei erheblich gestiegen, berichtet Bruns: Seit der Wahl 2016 gebe es keinen Ortsrats-Arbeitskreis für die Veranstaltung mehr, daher bleibe mehr an ihm hängen – auch wenn es ehrenamtliche Helfer gebe. Er habe sich entscheiden müssen – und sich für die Veranstaltungen entschieden: „Sie liegen mir am Herzen.“

Kritik von Lynack

Politisch tritt er einen Schritt zurück, sein Ortsratsmandat behält er allerdings. „Ich hatte 17 Jahre Zuarbeit als Ortsbürgermeister, nun arbeite ich meinem Nachfolger zu.“ Bei dem handelt es sich um CDU-Fraktionschef Stock, der 48-Jährige gilt schon seit Jahren als Kronprinz von Bruns.

Der erfreut sich zwar grundsätzlich auch der Anerkennung der SPD. Gleichwohl hinterlässt das Verhalten des CDU-Politikers bei den Sozialdemokraten einen schalen Beigeschmack. „Wer bei einer Kommunalwahl antritt, sollte bis zum Ende der Wahlperiode durchhalten – die dauert bis 2021“, sagt SPD-Ortsratsmitglied Bernd Lynack. Die CDU habe allerdings die Mehrheit im Ortsrat, könne daher nach ihrem Gusto schalten und walten.

Wie viel Geld bekommen Kommunalpolitiker?

Ortsbürgermeister ist ein Ehrenamt: Alfons Bruns und seine 13 Kollegen im Stadtgebiet erledigen diese Aufgabe also neben ihrem Beruf.

Dafür zahlt ihnen die Stadt eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro im Monat. Die übrigen Ortsratsmitglieder bekommen 8,50 Euro.

Die 46 gewählten Mitglieder des Stadtrates bekommen mehr: Sie erhalten 262 Euro im Monat als Sockelbetrag, dazu kommen Zulagen für Funktionen wie Bürgermeister (215 Euro) oder Fraktionsvorsitz (137 Euro).