Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Neu in Sarstedt: Mit dem Smartphone zur Blutspende

Veröffentlicht von Viktoria Hübner am 09.10.2019.

Sarstedt - Das Handy-Display leuchtet auf, eine Nachricht ist eingegangen: „Der DRK-Ortsverein Sarstedt lädt zum Blutspendetermin am 14. Oktober ein.“ Über eine gezielte App will das Deutsche Rote Kreuz (DRK) das Spenden leichter machen – und noch mehr gegen Engpässe bei Blutkonserven tun. Ab sofort steht die digitale Alternative zum gelben Spenderausweis zur Verfügung – derzeit in Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Auch Sarstedt zieht bei der Blutspende-App mit.

Weniger Papierkrieg durch App

„Der Papierkrieg ist weg und gerade für jüngere Spender bedeutet die App eine deutliche Vereinfachung“, zählt Sarstedts DRK-Vorsitzender Heinz-Hermann Baxmann die Vorteile auf. Ob die Umsetzung klappt, zeigt sich nächste Woche. „Es soll angeblich funktionieren“, sagt Baxmann und lacht.

Jeder, der schon einmal beim DRK Blut gespendet hat, kennt ihn: den gelben Unfallhilfe- und Blutspenderpass. Darin sind neben den Personendaten vor allem die wichtigen Informationen zur Blutgruppe und zum Rhesusfaktor verzeichnet. Wer sich die kostenlose App bei Google Play und im App Store herunterlädt, hat all diese Fakten nun auch digital im eigenen Smartphone. So können alle Infos bei der Anmeldung auf dem Termin direkt vom Mobilgerät eingescannt werden. Spender müssen neben dem Smartphone nur noch und einen amtlichen Lichtbildausweis mitbringen. Der gelbe Blutspenderpass kann aber auch weiterhin genutzt werden.

Austausch mit anderen Spendern

Neben dem direkten Zugriff auf das persönliche Spenderprofil bietet die App auch eine Übersicht über die eigene Spendehistorie und alle Termine. Zudem erinnert sie per E-Mail an die nächste Spende. Wer will, kann sich in einem Forum mit anderen Spendern austauschen. Weitere Informationen gibt es unter www.spenderservice.net. Über diesen Link besteht auch die Möglichkeit, bis zum 29. Februar 2020 zehn iPads 9.7 zu gewinnen. Einfach registrieren und anschließend bis spätestens 31. März 2020 beim DRK Blut spenden.

Eine Blutspende, bei der etwa 500 Milliliter fließen, dauert etwa fünf bis zehn Minuten, doch Spender müssen sich vorher einem Gesundheitscheck unterziehen und mitunter auch Wartezeiten in Kauf nehmen. Grundsätzlich kann jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren Blut spenden. Wann genau altersmäßig Schluss ist, legen die Ärzte individuell fest: Mehrfachspender dürften bis zum 73. Geburtstag. Laut DRK kann mit einer Blutspende bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden.

Erstspender überdurchschnittlich

„Hier in Sarstedt ist die Zahl der Spender relativ stabil“, sagt Baxmann. Und bei den Erstspendern liege die Beteiligung sogar über dem Landesdurchschnitt. Doch insgesamt zeigen sich die Deutschen zurückhaltend, wenn es darum geht, sich den Lebenssaft ohne unmittelbaren Nutzen für sich selbst abzapfen zu lassen. Jeder Dritte könnte, aber nur drei Prozent tun es.

Offenbar motiviert die Identifikation mit Kranken nur vergleichsweise wenig Bürger. Aufwandsentschädigungen zahlen nur private Spendedienste, Pharmaunternehmen und auch staatlich-kommunale Dienste. Beim DRK als größten Anbieter im Blutsektor – es sammelt in Deutschland etwa 70 Prozent der Blutspenden – gelten dagegen die Grundsätze der Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit. So bietet der Wohlfahrtsverband Snacks, Getränke oder auch mal kleine Geschenke.

Nächster Termin

Der nächste Blutspendetermin des DRK-Ortsvereins Sarstedt findet am Montag, 14. Oktober, 16 bis 19.30 Uhr, im St.-Nicolai-Gemeindesaal in der Eulenstraße statt. Nach der Blutspende gibt es einen Imbiss.