Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Neue Kita mit Walderlebnis-Garantie in Hildesheim

Veröffentlicht von Norbert Mierzowsky am 24.05.2019.

Hildesheim - Christina Magro kann es immer noch nicht richtig fassen: Nach sieben Jahren Arbeit hat ihr Verein Mamamiti es geschafft. Am 1. August soll der neue Waldkindergarten seinen Betrieb aufnehmen. Der zweite in Hildesheim. Eintracht hatte den ersten geöffnet. Allerdings mit einem Konzept, an dem Magro auch mitgeschrieben hat.

Die Erzieherin sitzt gemeinsam mit Natalie Vandreier auf dem etwa 1500 Quadratmeter großen Gelände am Steinberg vor einem hölzernen Bau, der von echter Zimmermannsarbeit zeugt. Ausgeschnitzte Fensterrahmen, Fachwerkarbeiten, doch trotzdem ist der Bau in die Jahre gekommen. „Wir haben noch so viel zu tun“, sagt Magro. Aber sie strahlt. Ein Traum ist für sie wahrgeworden: „Die zuständige Frau vom Kultusministerium hat uns gesagt, es gehe jetzt nur noch um Formalitäten.“

Bei schlechtem Wetter geht es in die Hütte

Rosen, Lavendel, ein Süßkirschbaum, schon das Gelände am Panoramaweg direkt im Anschluss an den Ulmenweg zeugt von purer Natur. Doch die 15-köpfige Kinderschar soll morgens früh gleich in den benachbarten Wald loslaufen, um fünf Stunden mitten in der Natur zu verbringen. Bei widrigen Wetterverhältnissen geht es zurück aufs Gelände. „Dafür müssen wir den Holzbau noch isolieren und instandsetzen“, sagt Magro. Der Verein hat bereits mit einem Zimmereibetrieb Kontakt aufgenommen.

Essen geht auch mit Schmuddelfingern.

Die Pachtkosten liegen bei rund 200 Euro im Monat, das Personal wird über Zuschüsse finanziert, die Stadt zahlt außerdem pro Kitaplatz einmalig 750 Euro. Trotzdem braucht der Verein noch Geld und Sachspenden, sagt Magro. Vor allem, um die Hütte zu sanieren und einen Ofen zu setzen. Ansonsten brauche ein Waldkindergarten eben nicht viel. Sogar eine Straßenlaterne steht direkt vor dem Gelände. Es gibt keinen Strom, aber einen zehn Meter tiefen Brunnen, der auf Trinkwasserqualität geprüft wurde. Und hinter dem Schuppen wird eine Torftoilette in Gang gebracht. Noch haben dort die Spinnen die Vorherrschaft.

Einige Plätze sind noch frei, vor allem Kinder zwischen fünf und sechs Jahren werden gesucht. Um 7.30 Uhr geht es morgens los, möglichst pünktlich, weil die Gruppe gleich in den Wald losziehen soll – zu den Käfern, Schnecken, Blüten, Vögeln und was sonst noch zu entdecken ist.

Eltern müssen auch anpacken

Magro ist ausgebildete Waldpädagogin: „Alle Käfernamen kenne ich nicht, aber darum geht es ja auch nicht.“ Wichtig sei vor allem, dass die Kinder in Gemeinschaft ein Gefühl für die Natur entwickeln, sagt die 31-jährige Vandreier, die ihren vierjährigen Carl angemeldet hat. Sie gehört zu dem Elternkreis, der bereits geholfen hat, auf dem Gelände aufzuräumen. Jeden Montag und Dienstag ist im Wechsel Anpacken angesagt. Nächster Termin ist am 27. Mai. Auch zum Kennenlernen. Ansonsten gibt die Homepage www.mamamiti.de alle Infos. Christine Magro ist unter Telefon 4 17 06 erreichbar. Ach ja: Internet gibt es im Wald auch.