Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Neun Dinge, die man für Igel tun kann

Veröffentlicht von Kimberly Fiebig am 11.09.2019.

Kreis Hildesheim - Auch wenn so mancher Igel wirklich süß und knuffig findet, das Tier steht unter Naturschutz. Es ist verboten, Igel einfach aus ihrer natürlichen Umgebung zu entfernen. Helfen kann man ihnen in anderen Situationen.

1. Laub und Äste liegen lassen

Foto: dpa

Zwar fällt so langsam immer mehr Laub von den Bäumen, doch das ist kein Grund, es sofort zusammenzufegen und in die grüne Tonne zu werfen. Unter Hecken und in Haufen aus Laub machen es sich Igel gemütlich. Aus Blättern und Stöckchen bauen sie sich Nester, in denen sie tagsüber schlafen. Aber auch Komposthaufen und Hecken werden von ihnen bezogen.

2. Harke statt Sauger

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Viele Insekten werden mit Laubsaugern aufgesaugt, die wiederum für Vögel und Igel als Nahrung dienen. Aber auch kleinere Igel fallen den Laubsaugern zum Opfer, weshalb lieber zu Rechen und Harke gegriffen werden sollte.

3. Bei Bedarf füttern

Foto: Julia Moras

Igel mögen am liebsten Käfer, Regenwürmer und Asseln. Ihnen schmeckt aber auch Katzenfutter. Wer den Tieren etwas Gutes tun möchte, kann es mit Igel-Trockenfutter mischen. Das gibt es in der Tierhandlung. Sie fressen aber auch hartgekochte Eier oder Rührei (ohne Fett gebraten), Rindermett (kurz angebraten, am besten mit Maiskeimöl), Weizenkleie und Futterhaferflocken.

4. Keine Milch geben

Foto: dpa

Immer wieder wird berichtet, dass Igel gerne Milch trinken. Das ist ein Irrtum. Milch kann bei Igeln Durchfall auslösen und sogar zum Tod der Tiere führen.

5. Nicht stören

Wer einen Bau eines trächtigen Igelweibchens findet, sollte einen großen Bogen darum machen. Denn wird die Igelmutter während oder kurz nach der Geburt gestört, verlässt sie ihre Kinder oder frisst sie auf.

6. Zur Not in die Igel-Pension

Foto: Julia Moras

Damit die Tiere den Winter überstehen, hat eine Familie in Schellerten schon vor 25 Jahren eine Igel-Pension eröffnet. Hier können Tiere, die zu wenig wiegen, den ganzen Winter bleiben. Auch verletzte Igel werden dort aufgenommen. Sie bekommen dann erst einmal ein Medikament gegen Flöhe. Wenn ein Igel zu sehr friert, darf er auf einer Wärmflasche liegen, um die ein Handtuch gewickelt ist.

7. Nur im Notfall ins Haus

Foto: Julia Moras

Igel sind keine Haustiere. Sie werden nur im größten Notfall ins Haus geholt und wie in der Pension in Schellerten in eine Kiste gesetzt. Denn am wohlsten fühlen sich die Tiere draußen. Ein Igel, der bei Dauerfrost, Schnee und Eis im Winter unterwegs ist, benötigt in der Regel aber immer Hilfe. Eine Unterkühlung des Igels ist dann gegeben, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter als die eigene Hand anfühlt. Dann sollte der Igel sofort eine mit warmem Wasser gefüllte Wärmflasche mit einem Frottierhandtuch umwickelt bekommen und in einen hohen Karton gelegt werden. Man legt den Igel darauf und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu. Auf keinen Fall sollte ein Igel in diesem Zustand gebadet werden.

8. Den Tierarzt rufen

Foto: NABU Artenschutzzentrum, Bärbel Rogoschik/dpa

Wer einen schwachen, kranken oder verletzten Igel findet, sollte den Tierarzt anrufen. Insbesondere einen Igel tagsüber zu sehen, ist ein Anzeichen für Krankheit. Besonders gefährlich ist es für Jungtiere, die weniger als 200 Gramm wiegen und ohne Mutter und Geschwister unterwegs sind. Der Tierarzt weiß am besten, wie dem Igel zu helfen ist.

9. Zum Fundort zurückbringen

Foto: dpa

Wenn ein Igel doch einmal in einem Haus Hilfe brauchte, sollte man eines nicht vergessen: Wildert man einen Igel nicht am Fundort aus, muss er sich vollkommen neu orientieren und ist daher in der ersten Zeit sehr stark gefährdet. An dem Ort der Freilassung sollte der Igel auch noch eine Weile zugefüttert werden.