Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Nordzucker plant Kündigungen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 24.05.2019.

Verlust von 36 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018/2019 – auch im neuen erwartet das Unternehmen einen Verlust

Braunschweig/Hildesheim.

Im Vorjahr hatte es noch einen Gewinn von 118 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz sank um 18 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Auch für das neue Geschäftsjahr erwartet Nordzucker einen Verlust. Eine Dividende soll den Anteilseignern diesmal nicht gezahlt werden.

Es sei noch in diesem Jahr mit ersten betriebsbedingten Kündigungen zu rechnen, erklärte das Management. Für einen Zeitraum von drei Jahren strebt das Unternehmen Einspareffekte in Höhe von 65 Millionen Euro an, 20 Millionen Euro entfallen dabei auf die Personalkosten. Die fünf Werke in Deutschland sollen bestehen bleiben, sofern sich die Marktlage nicht weiter verschlechtert. Über eine Verlagerung von Teilbereichen ins Ausland werde aber nachgedacht, hieß es. Derzeit beschäftigt Nordzucker rund 3200 Mitarbeiter an 18 Standorten in Europa.

Die Nordzucker-Gruppe treibt ihre Internationalisierung voran. Dazu gehören auch Investitionen wie die bereits eingeleitete 70-prozentige Übernahme des zweitgrößten australischen Zuckerherstellers Mackay. Sie soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein und auch den Zugang zum südostasiatischen Markt erleichtern. Zudem soll es ein erster Schritt sein für eine außereuropäische Rohrzuckerproduktion. Nordzucker verweist auf eine solide Finanzlage und sieht sich mit einer Eigenkapitalquote von 66 Prozent in einer guten Verfassung.

Im ersten vollen Jahr nach dem Ende der EU-Zuckerquotenregelung habe es eine erhebliche Überproduktion in der Europäischen Union sowie einen scharfen Wettbewerb gegeben, erklärte das Unternehmen. Zu dem Preisverfall hätten auch durch staatliche Subventionen geförderte Produktionssteigerungen beigetragen.