Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Ostend: Start frei für Sozialwohnungen & Service-Wohnanlagen

Veröffentlicht von HAZ Sonderthemen am 11.06.2019.

- Anzeige -

Seit über einem Jahr rollen die Bagger im Neubaugebiet Ostend, die städtischen Erschließungsmaßnahmen sind inzwischen abgeschlossen. Jetzt hat die Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim (gbg) dort den Startschuss für die Erdarbeiten gegeben. Damit ist die gbg der erste Investor, der konkret mit den Arbeiten begonnen hat.

Zuvor hatten jahrzehntelang junge Männer aus Hildesheim ihren Wehrdienst in der Mackensen-Kaserne bei der damaligen Panzergrenadierbrigade 1 abgeleistet. Als die Brigade 2007 aufgelöst und die Kaserne aufgegeben wurde, hat die Stadt die Chance genutzt und das Gelände für wenig Geld gekauft. Nach reiflichen Überlegungen und langen Diskussionen wurde beschlossen, was hier künftig entstehen soll: ein modernes Wohngebiet mit einem Nahversorgungszentrum, das fußläufig vom Zentrum zu erreichen ist.

Ein neues Quartier für 1200 Menschen

Modern und für die Zukunft bestens aufgestellt – so soll sich das neue Hildesheimer Stadtquartier präsentieren, an die einstige Nutzung der Fläche als Kaserne soll nichts mehr erinnern. Bei einem Namenswettbewerb setzte sich im November 2017 der Begriff Ostend für das Baugebiet durch, gleichzeitig begann dessen Vermarktung.

Eine Fläche in der Größe von zwölf Fußballfeldern steht im Ostend zur Verfügung.

1200 Menschen sollen künftig in dem Bereich, der an die Oststadt angrenzt, in rund 650 Wohnungen leben. Viele Familien, Alleinstehende und Menschen, die auf soziale Hilfestellungen angewiesen sind, sollen hier ein neues Zuhause finden.

Viel Platz für sozialen Wohnbau

Im nördlichen Teil des Baugebietes tragen die gbg und weitere Hildesheimer Unternehmen dafür Sorge, dass 25 Prozent der Baufläche für sozialen Wohnungsbau genutzt wird. Darüber hinaus sollen Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen, ebenso wie einige große Wohngebäude mit Tiefgaragen. Auch Gewerbefläche für Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote ist eingeplant.

In einem Komplex mit 54 Wohnungen sind allein 26 durch öffentliche Mittel gefördert - für Mieter mit B-Schein.

Mietwohnungen – modern und bezahlbar

Als städtisches Tochterunternehmen hat sich die gbg schon früh mit dem Gelände der ehemaligen Mackensen-Kaserne mit seinem großen Entwicklungspotenzial und der verkehrsgünstigen Lage befasst und sieht hier einen ihrer Schwerpunkt in den kommenden Jahren. Rund 33 Millionen Euro will die Baugesellschaft in dem Areal zwischen Bahnlinie und Senator-Braun-Allee in die Errichtung von etwa 120 Wohnungen investieren. Im ersten Bauabschnitt soll zunächst realisiert werden, was Geschäftsführer Jens Mahnken als „Kerngeschäft der gbg“ bezeichnet: klassische Mietwohnungen und bezahlbarer Wohnraum. Gebaut wird ein Komplex mit 54 Wohnungen, von denen 28 frei finanziert und 26 durch öffentliche Mittel gefördert sind, sodass Letztere für Mieter mit Wohnberechtigungsschein (B-Schein) zur Verfügung stehen.  

Zielgruppen für diese Wohnungen, die alle mit Balkon ausgestattet werden, sind insbesondere alleinerziehende Menschen, Haushalte mit geringeren Einkommen oder auch Wohnstarter. Die Wohnungsgrößen müssen nach den Förderrichtlinien des Landes in einem angemessenen Verhältnis zur Größe der Mieterhaushalte stehen. „Wir streben an, bei der Miete auf weniger als 7 Euro pro Quadratmeter zu kommen“, kündigt gbg-Sprecher Frank Satow an.

Die Service-Wohnanlage mit 31 Appartements wird in Kooperation mit dem ASB betrieben.

Wohnen mit gehobenem Service

Während Gewerbeflächen nicht vorgesehen sind, plant die gbg in einem weiteren Bauabschnitt eine Service-Wohnanlage mit 31 Ein-, Zwei- und Dreizimmer-Appartements mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ABS) als Kooperationspartner. Nach den Anlagen in Drispenstedt und Ochtersum wird es die dritte mit Betreutem Wohnen sein, die gbg und ASB gemeinsam betreiben. „Der Mietpreis wird hier allerdings etwas höher liegen, was sich aus Größe, der gehobenen Ausstattung und dem angegliederten Serviceangebot ergibt“, betont Satow. Kein Mieter müsse, jeder könne aber den Betreuungs-Service des ASB ganz individuell hinzubuchen.

Eigentumswohnungen sind der dritte Baustein.

Als dritte Maßnahme sollen schließlich 34 Eigentumswohnungen mit zwei bis vier Zimmern und verschiedenen Grundrissen entstehen, auch die in gehobener Ausstattung. „Durch die Vielfältigkeit der vorgesehenen Bauformen wird die gbg die städtebauliche Entwicklung im Ostend, ein für Hildesheim wichtiges Zukunftsquartier, wesentlich mitgestalten“, freut sich Jens Mahnken.