Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Oststadt-Kita: Stadt will Neuanfang

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 13.06.2018.

Hildesheim - Im Streit um die Kindertagesstätte Oststadtstrolche ist die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben teilweise auf die Wünsche der Eltern eingegangen. „Wir halten an unserem grundsätzlichen Kurs fest, steuern aber in Sachen Beziehungskontinuität nach“, sagte Sozialdezerent Malte Spitzer am Mittwoch der HAZ. Damit ist gemeint, dass nun wohl doch nicht all jene Erzieherinnen, die eigentlich künftig in einer anderen Einrichtung arbeiten sollten, die Oststadtstrolche verlassen müssen. Wie viele bleiben dürfen, wollte Spitzer auf Nachfrage aber gegenüber der HAZ nicht präzisieren. „Zu personenbezogenen Daten dürfen und können wir uns aus rechtlichen Gründen nicht äußern.“

Die Stadtverwaltung hatte in der vergangenen Woche die bisherige Leiterin der Kita abgesetzt und angekündigt, den Großteil der meisten Erzieherinnen demnächst in anderen Einrichtungen einzusetzen. Für die Eltern kam dieser Schritt überrasschend: Der Kita-Beirat hatte sich im Rathaus daher für den Verbleib wenigstens einiger der bisherigen Bezugspersonen ihrer Kinder in der Moltkestraße starkgemacht.

Am Mittwoch nun informierte die Verwaltung die Mitarbeiter und die Eltern in getrennten Gesprächen über das weitere Vorgehen. Das Thema Oststadtstrolche beschäftigte am Dienstagabend auch den Sozialausschuss: Elternvertreter wollten in der Einwohnerfragefrunde von Spitzer wissen, wann die Stadt das angekündigte neue Konzept und die neue Leitung vorstellen wolle. Der Sozialdezernent verwies auf die für den Mittwoch geplanten Gespräche und betonte, dass es keinerlei Aussagen zum Thema Personalangelegenheiten geben werde. Diese seien vor dem öffentlichen Zugriff geschützt. Dieser Linie blieb Spitzer auch im nichtöffentlichen Teil der Sitzung treu, in dem er und der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Bernd Steinert die Politiker unterrichteten. Befriedigend, wie Ausschuss-Vorsitzende Lisa Schwarzer am Mittwoch der HAZ auf Nachfrage mitteilte. Die Verwaltung habe „ausführlich informiert, jedenfalls, so weit das bei Personalangelegenheiten möglich ist.“ Der Vortrag und die Debatte dauerten etwa 15 Minuten, zu den Inhalten wollten sich Schwarzer und andere Ausschussmitglieder aufgrund ihrer Verschwiegenheitspflicht nicht äußern. Die Grünen-Vertreterin Ursula Oehlschläger monierte allerdings am Mittwoch, dass die Verwaltung erst Tatsachen in der Kita geschaffen habe und anschließend die von Spitzer angekündigten „klärenden Gespräche“ mit Eltern und Mitarbeitern führe. „Eigentlich macht man das anders herum.“ Der Sozialdezernent betonte am Mittwoch gegenüber der HAZ, die Kita in der Oststadt brauche dringend einen Neuanfang.