Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Pläne für die B 1: Kippt die Stadt bald Tempo 100?

Veröffentlicht von Jan Fuhrhop am 24.05.2019.

Hildesheim - Der Ortsrat will es schon seit Jahren, die Stadtverwaltung auch: auf der B 1 im Bereich Himmelsthür den Verkehr ausbremsen. Noch gilt auf dem Abschnitt zwischen Sorsumer Weg und Elzer Straße Tempo 100 – dort soll aber als Höchstgeschwindigkeit 70 eingeführt werden. Nun steht eine Entscheidung offensichtlich kurz bevor.

Doch ein gewichtiges Wort haben in dem Prozess auch das Verkehrsministerium und die Landesstraßenbaubehörde mitzureden – auch deshalb dauerte das Verfahren so lange.

Die Stadt will – doch was sagt die Landesbehörde?

Die Landesbehörde achtet bei Bundesstraßen nicht in erster Linie darauf, dass Anwohner in idyllischer Ruhe leben, sondern, dass der Verkehr möglichst reibungslos fließen kann. In den Worten der stellvertretenden Leiterin der Behörde, Julia Fundheller: „Die betroffene Straße hat eine überörtliche Bedeutung, jede Einschränkung des Verkehrs muss sehr gut begründet werden.“ Das heißt: Nur wenn Lärmgrenzwerte dauerhaft und deutlich überschritten werden, zieht die Behörde eine Temporeduzierung überhaupt in Erwägung. Und auch nur dann, wenn zu belegen ist, dass die Drosselung auf Tempo 70 definitiv dazu führen würde, dass die Lautstärke unter den Grenzwert sinkt.

Inzwischen sind die grundlegenden Berechnungen der Behörde abgeschlossen, die für eine Entscheidung über die Geschwindigkeitsbremse grundlegend ist, wie Fundheller auf Nachfrage der HAZ bestätigt.

Denn die Behörde lässt keine Mitarbeiter entlang der B 1 mit Messgeräten auflaufen, stattdessen wird eine Software mit Daten zu den Verkehrszahlen, Gebäudestandorten und -höhen sowie der Geländeform gefüttert.

„Nur ganz wenige Grenzwertüberschreitungen“

Die vorliegenden Rechenergebnisse werden nun abschließend geprüft, „zeitnah“ werde man dann entscheiden können, sagt Fundheller, die sich nur einen weiteren Satz zu den Resultaten entlocken lässt: „Es wurden ganz wenige Grenzwertüberschreitungen festgestellt.“ Sie will diese Aussage aber noch nicht als Vorfestlegung für oder wider Tempo 70 verstanden wissen, schließlich laufe die Prüfung noch.

Die Stadt wolle auf jeden Fall Einvernehmen mit der Landesbehörde herstellen, teilt Rathaussprecher Helge Miethe mit. Er verweist aber auf die generelle Entscheidungsbefugnis der Stadt: Sobald die abschließende Stellungnahme des Landes und der Polizei vorliege „sollte einer Umsetzung nichts mehr im Wege stehen.“