Hildesheimer Allgemeine Zeitung

RBG macht 3D-Druck zum Pflichtunterricht

Veröffentlicht von Christian Harborth am 11.02.2019.

Hildesheim - Wenn Schülergruppen der Robert-Bosch-Gesamtschule demnächst zu naturwissenschaftlichen Exkursionen in Richtung Mastberg oder sogar auf die dänische Insel Årø aufbrechen, haben sie die Möglichkeit, ein mobiles Labor mitzunehmen. Die Schule will ein umfangreiches Sortiment für biologische, physikalische und chemische Experimente zusammenstellen – und dies etwa über einen kleinen Anhänger oder eine andere Transportmöglichkeit so mobil machen, dass die Schülergruppen es überall mit hinnehmen können.

Möglich macht dies eine Spende des Luftfahrt-Zulieferers Arconic Fastening Systems. Die Arconic Foundation des US-Mutterkonzerns hat für das Labor sowie ein 3D-Drucker-Projekt 50 000 Dollar bewilligt. Das sind etwa 44 000 Euro. Arconic-Hildesheim-Geschäftsführer Jens Harde und seine für die Spenden verantwortliche Mitarbeiterin Christine Eikermann überbrachten das Geld am Mittwoch in der Nordstadtschule.

Dabei konnte sie zwar noch keinen Blick auf das mobile Labor werfen, das erst noch gekauft werden soll. Dafür aber einen auf einen 3D-Prototyp-Drucker, den Techniklehrer Dejan Brlozanovic angeschafft hat. Die für Unterricht geeigneten Exemplare, die vom Arconic-Geld gekauft werden sollen, sind aber deutlich hochwertiger. Sie kosten rund 10 000 Euro pro Stück. „Unter anderem müssen sie eine integrierte Absaugeinrichtung für die giftigen Dämpfe haben“, erklärt Brlozanovic.

Unternehmen hofft auf Nachhaltigkeit

Geschäftsführer Harde lobte das Engagement der Schule. Die RBG sei zwar keine Berufsschule. „Trotzdem würden wir uns wünschen, dass Sie noch mehr in den betrieblichen Bereich gehen“, erklärte er. Vor allem Mädchen würden noch viel zu wenig an technische und naturwissenschaftliche Fächer herangeführt.

Die RBG will die Arbeit mit den Druckern, die aus Kunststoff dreidimensionale Gegenstände wie Schrauben und Muttern entstehen lassen, zum Pflichtunterricht machen. Alle Zehntklässler sollen ab sofort mit den Geräten in Berührung kommen. „Wir freuen uns immer, wenn wir Projekte in den MINT-Fächern fördern können“, sagte Eikermann. Vor allem dann, wenn wie im Fall der RBG deutlich die Nachhaltigkeit zu erkennen sei.

Über die Förderung freuten sich nicht nur die Schüler, sondern auch der Fachbereichsleiter Naturwissenschaften der RBG, Jan-Felix Kramer, sowie der Koordinator der Årø-AG, Nick Krichevsky, und Schulleiter René Mounajed. „Arconic ist für uns ein herausragender Partner geworden“, sagte Mounajed.

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