Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Riesiger Güterterminal - Elzer Firma zieht mit

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 15.05.2018.

Lehrte/Elze - Beim Bau des 170-Millionen-Projektes bei Lehrte kommt ein Unternehmen aus der Region Hildesheim zum Zug. Die Firma Albert Fischer aus Elze verlegt Gleise mit einer Länge von fünf Kilometern. Auf dem gigantischen Umschlagplatz werden künftig Güter aus Lkw-Containern auf Züge umgeladen. Ende 2019 soll der Knotenpunkt in Betrieb gehen. Bis dahin sollen auch die Elzer mit ihren Arbeiten fertig sein – ihr Auftragsvolumen: 16 Millionen Euro.

Für Firmenchef Albert Fischer war die Sache eigentlich gar nicht so schwer, als er seinem Unternehmen dieses Bauprojekt sicherte. Wie konnte das gehen – gegen all die bundesweite Konkurrenz? „Wir haben das günstigste Angebot vorgelegt.“ Doch ganz so einfach, war es nicht – dass Fischer immerhin 75 Prozent seiner Geschäfte mit der Bahn macht, diese Erfahrungen mit dem Schienenkonzern dürften förderlich für die Verhandlungen gewesen sein.

Die Elzer schieben das gewaltige Vorhaben also mit an, mehr als 40 Bauarbeiter und einen Fuhrpark von Maschinen werden anrücken, um neben der Installation des Gleisnetzes, und Wartungshallen auch ein Verwaltungsgebäude für die Bahn zu errichten. „Für fünf Millionen Euro“, erklärt Fischer. Was dem Elzer wichtig ist, das ist bei diesem Vorhaben auch der Umweltschutz, wie er betont.

Umweltschutz im Megahub

„Wir verlegen die Gleise auf Betontragplatten. Wenn Material auslaufen sollte, dann wird dieses wie in einer Badewanne aufgefangen“, erklärt der Unternehmer mit Blick auf die Güterzüge, die künftig im Meghahub rangieren. Die Elzer stemmen das Projekt zusammen mit einer Partnerfirma aus dem Raum Osnabrück.

1988 wurde erstmals über das Projekt gesprochen. Am Dienstag hat der Bau des Containerterminals Megahub zwischen Lehrte und Ahlten begonnen. Das Bauwerk wird das Landschaftbild westlich von Lehrte deutlich verändern.

Zur Feier des Tages hatte die Bahngut 100 Gäste eingeladen. Darunter: Landes-Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann. Sie lobten das Bauvorhaben als ein „Modellprojekt“ (Ferlemann) und „eines der größten verkehrspolitischen Projekt Niedersachsens“ (Althusmann). Ferlemann skizzierte die Funktion des Megahub mit einfachen Worten: „Die Menschen steigen am Hauptbahnhof in Hannover um, die Container künftig in Lehrte.“ Es gab aber auch mahnende Worte. Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk betonte, dass der Bau des Megahub „nicht überall auf hundertprozentige Zustimmung“ treffe.

Sorgen der Anwohner

Es gebe auch Sorgen über zunehmenden Lastwagenverkehr und Lärm, und man dürfe „die hier lebenden Menschen nicht aus dem Blick verlieren“, sagte er. Damit spielte er auf die Proteste an, die insbesondere aus Ahlten kommen. Dort wird der Verein „Megagleise“ nun sogar mit Hilfe einer Klage mehr Schutz vor dem Lärm des Containerterminals einfordern.

Die technischen Daten des Terminals sind beeindruckend: 120.000 Quadratmeter Grundfläche, sechs jeweils 700 Meter lange Umschlaggleise, bis zu sechs halbautomatische Portalkräne. Bis zu 16 Güterzüge sollen täglich mit Containern bestückt werden, und zwar insbesondere zu den Nachtstunden.