Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Scheelenstraße: Betreiber streiten über Buchsbäume

Veröffentlicht von am 15.04.2019.

Hildesheim - Erhöht die Außenbestuhlung der Gaststätte Boccaccio die Aufenthaltsqualität in der Scheelenstraße? Oder hält sie Laufkundschaft davon ab, im benachbarten Modegeschäft Casablanca einzukaufen? Dieser Streit zwischen zwei Hildesheimer Geschäftsfrauen geht demnächst vor dem Verwaltungsgericht Hannover in die nächste Runde.

Begonnen hatte der Konflikt im vergangenen Jahr, als Joanna Krüger, Inhaberin der Gaststätte Boccaccio, ihre Außenbestuhlung mit Buchsbäumen einfriedete. Insgesamt ist die Einfriedung etwa 1,30 Meter hoch. Nachbarin Iris Brockkamp, Inhaberin des Casablanca, monierte, dass dadurch das Schaufenster ihres Modeladens schlechter zu sehen sei, ihr daher Laufkundschaft verloren gehe. „Mögliche Kunden gehen vom Pferdemarkt aus auf die andere Straßenseite und somit an meinem Geschäft vorbei.“ Bereits im vergangenen Jahr hatte sie einen Schiedsmann eingeschaltet, der aber keine Einigung zwischen den beiden Geschäftsfrauen erzielen konnte.

Einstweilige Anordnung gegen Stadt

Genehmigt hat die Außenbestuhlung die Stadt Hildesheim. Die will sich auf Anfrage mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern – zumal die Kommune Beteiligte ist. Denn Iris Brockkamp hat eine einstweilige Anordnung gegen die Stadt als Genehmigungsbehörde beantragt. Rathaussprecherin Marion Dobias verweist gegenüber der HAZ lediglich darauf, dass die Verwaltung die Genehmigung auf Basis der städtischen Sondernutzungssatzung erteilt habe – sie also damit im Einklang stehe. Inzwischen hat das Verwaltungsgericht einen Erörterungstermin anberaumt, bei dem sich die Parteien austauschen können.

Brockkamp hofft noch auf eine Einigung: „Wenn die Kübel mit den Buchsbäumen weg sind, könnten die Gäste des Boccaccio auch auf die Schaufenster schauen. So aber stellen die Kübel eine Grenze dar, die nicht schön für das Stadtbild ist.“ Krüger will vorerst nichts ändern: Die Buchsbäume schützen ihre Gäste vor dem Wind in der Straße. „Das ist einfach angenehmer zum Sitzen.“