Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Schoko-Hunger in Hildesheim

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 12.09.2018.

Hildesheim - Egal, ob als Belohnung, kleine Nascherei für zwischendurch oder als Kindheitserinnerung – es gibt wohl kaum jemanden, für den Schokolade nicht den Inbegriff von Süßigkeit darstellt.

Am 13. September wird die Schoki auf der ganzen Welt gefeiert. Denn es ist der Internationale Tag der Schokolade. Allein in Stadt und Landkreis verschlingen die Menschen 110 Sattelschlepper voll mit Schokolade im Jahr, das sagen die Nahrung-Genuss-Gaststätten-Region Hannover.

Aber woher kommt das Genussmittel eigentlich? Dass Schokolade aus Kakaobohnen hergestellt wird, dürfte kein Geheimnis sein. Der erste Kakaobaum wurde vermutlich um 1500 vor Christus in Mexiko entdeckt und verarbeitet, bis Kakao ungefähr 2000 Jahre später von den Maya angebaut wurde.

Vegane Schokolade

Die ersten Kakobohnen brachte Christoph Kolumbus aus Amerika nach Europa. Ohne zu wissen, was man damit anstellen könnte. Der Spanier Hernán Cortés importierte 1528 den Kakao auf diesen Kontinent.

Heute gibt es Schokolade in ganz vielen unterschiedlichen Varianten. So bietet die Hussel Confiserie Hildesheim neben gängigen Tafeln auch welche mit Minze, Beeren, Joghurt oder Rhabarber an.

„Ganz neu im Sortiment ist jetzt unsere vegane Schokolade“, erklärt Chefin Johanna Hartmann, „das sind mit Schokolade ummantelte, geröstete Kürbiskerne.“ Die gibt es mal mit Zimt und Vanille, Ingwer und Karamell oder Lavendel. Am besten geht laut Hartmann die hochwertigste Schokolade über den Tresen: „Die besteht zu 100 Prozent aus Kakao.“ Hartmanns Favoriten sind die Erdbeer-Prosecco-Trüffel.

Im Handelshaus Schlegel gibt es sogar Trüffel mit dem Geschmack von roter Paprika oder Tequila. Die in der Region bekannten Zucker-Sahne-Trüffel werden seit 1960 in Hildesheim hergestellt. Auf den sogenannten „Süßen Grüßen aus Hildesheim“ sind die Wahrzeichen der Stadt abgebildet.

Ist Schokolade aber nicht ungesund? „Das kommt ganz drauf an“, meint der Hildesheimer Diabetologe Dr. Rupert Miethe, „ist der Schokoladenesser gesund, normgewichtig und bewegt sich vier Stunden die Woche intensiv? Oder ist er übergewichtig, bewegt sich kaum und hat Diabetes?“ Dann rät Dr. Miethe davon ab, Schokolade zu essen.

Am besten vor dem Sport

Eine kleine Tafel Schokolade hat nämlich 530 Kalorien und ist im Grunde nichts anderes als in Fett eingepackter Zucker. Um die Kalorien abzubauen müsste der Konsument eine Stunde schwimmen, radfahren oder im Garten arbeiten. „Und selbst dann werden nur 200 bis 400 Kalorien verbrannt“, erklärt Elke Albers, Diabetes-Beraterin und Krankenschwester in der Diabetologischen Schwerpunktpraxis von Mediziner Miethe. Das Problem ist laut Albers, dass Schokolade häufig abends nach einem langen Arbeitstag oder auch nach dem Sport als Belohnung zu sich genommen wird.

Auch Dr. Miethe bestätigt: „Süßigkeiten und Schokolade können zur Droge werden, denn sie stimulieren Belohnungszentren im Gehirn.“

Wer sich sein tägliches Stück Schokolade aber nicht vorenthalten möchte, kann einen einfachen Trick anwenden: „Am besten isst man Schokolade vor dem Sport oder einfach am Vor- oder Nachmittag“, rät Albers. Dann können die Kalorien noch über den Tag hinweg abgebaut werden und das Suchtpotenzial ist geringer. Denn, Hand aufs Herz, wer kann einem kleinen Stückchen Schokolade schon widerstehen?