Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Schulers wollen jetzt noch mehr Kaffee rösten

Veröffentlicht von Christian Harborth am 12.01.2018.

Hildesheim - Kaffee und Espresso sind im Kommen. Immer mehr Menschen kaufen sich im Fachhandel geröstete Bohnen, um sich zuhause einen kräftigen Schwarzen zu brühen oder einen Espresso zu kochen. Von diesem Boom profitieren in Hildesheim gleich mehrere kleine Unternehmen. Eines von ihnen vergrößert sich gerade. Die Kaffee Rösterei Schuler aus der Osterstraße hat ihre Fläche mehr als verdoppelt. Am Samstag eröffnen Inhaber Michael Wolfgang Schuler und seine Frau Raphaela ihr Geschäft nach mehrwöchiger Umbauphase.

Man musste in der Vergangenheit schon genau hinschauen, um die kleine Rösterei zu finden. Hatte man sie gleich neben dem Damen-Oberbekleidungsgeschäft Wiesenmüller gefunden, war man durchaus beeindruckt: Auf gerade einmal 35 Quadratmetern spielte sich hier alles ab: Bohnenrösten, Kaffeebrühen, der Verkauf von Zubehör für die Zubereitung und nicht zu vergessen die Beratung, die schon damals einen großen Teil der Arbeit ausmachte. „Nach der Eröffnung werden es rund 100 Quadratmeter sein“, sagt Schuler, der im Hauptberuf Ingenieur bei Auto-Gyro ist. Seine Frau arbeitet in Hannover als Barista – sie ist in einem Café für die Zubereitung des Kaffees zuständig.

Beim Rösten zusehen

Die Rösterei in der Osterstraße betreiben die 36-Jährige und ihr 34-jährige Mann nebenberuflich. Ohnehin ist es nicht die Aussicht auf horrende Verdienste, die die beiden antreibt. Kaffeerösten ist ihr Hobby. Eher privat motiviert reiste das Paar 2015 nach El Salvador, um sich an einer Kaffeeplantage schulen zu lassen.

Daraus entwickelte sich irgendwann der Wunsch, auch anderen schmackhaften Kaffee zu ermöglichen. Schulers Bohnen kommen heute aus Bolivien, Kolumbien, Kenia oder auch Indien. Das Naturprodukt wird in großen Säcken nach Hildesheim geliefert und in einer Maschine mehrere Minuten bis zu 220 Grad geröstet. Diesen Vorgang konnte man auch vor dem Umbau im Laden beobachten. „Und es ist uns wichtig, dass man es weiterhin sehen kann“, sagt Schuler.

Umbau mit viel Eigeninitiative

Gemeinsam mit seiner Frau hat er den Laden in den vergangenen Wochen umgebaut. „Den Fußboden und die Wände hat der Vermieter übernommen“, sagt Schuler. Den Rest schulterte das Paar nahezu in Eigenarbeit – inklusive Einbau eines alt wirkenden Wasserhahns am Rande des Tresens, aus dem sich Kunden jetzt selbst Wasser zapfen können. Schulers bieten auch mehrere Sitzplätze an. „Aber wir sind kein Café, sondern nach wie vor eine Rösterei“, sagt der Inhaber. Er hat eine niedrige fünfstellige Summe in den Umbau investiert.

Die Vergrößerung kommt nicht ohne zusätzliches Personal aus. „Wir haben zwei Aushilfen eingestellt“, sagt der 34-Jährige. Bisher hatten er und seine Frau die Aufgaben allein geschultert. Auch die Öffnungszeiten erweitert die Rösterei: Bisher konnte man ab Donnerstag gerösteten Kaffee und Zubehör kaufen, ab Samstag kommt ein Tag dazu. Geöffnet ist dann mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 15 Uhr.