Hildesheimer Allgemeine Zeitung

So läuft’s beim neu gegründeten FSV Algermissen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 12.08.2019.

Algermissen - Ein Dorf, zwei Fußballvereine: So sah es in Algermissen 29 Jahre lang aus. Nach getrennten Wegen, jahrelanger Rivalität und umkämpften Derbys, bei denen der FC Algermissen in sechs Spielen fünf Mal als Sieger vom Platz ging, fand am vergangenen Sonntag das erste Heimspiel des aus beiden Vereinen neu gegründeten FSV Algermissen statt. Es war eine torreiche Premiere. Der FSV gewann mit 6:4 gegen die DJK Blau-Weiß Hildesheim (siehe auch Fußball-Kreisklassen).

„Der Zusammenschluss der beiden Vereine war längst überfällig“, erklärt der neue Sportdirektor Oliver Kauer. Es ist einiges passiert. Unter anderem wurde pünktlich vor dem ersten Heimspiel der Fußballplatz am Grasweg in die „REWE Rudat-Arena“ unbenannt.

27 Austritte

Stephan Käsehage, der zusammen mit Andreas Pagel den Vorsitz bildet, gibt zu, dass zunächst etwas Skepsis da war. „Natürlich hatte ich am Anfang etwas Angst. Aber nach den ersten Wochen bin ich echt begeistert. Es ist alles sehr harmonisch.“ Auf die Frage, ob viele Mitglieder ausgeschieden seien, antwortet Käsehage: „Es gab 27 Austritte. Damit haben wir aber gerechnet. Allerdings gibt es auch einige, die nach dem Austritt wieder eingetreten sind.“

Beim Blick auf den neu gewählten Vorstand wird deutlich, dass jeweils vier Personen aus beiden alten Vereinen sich die acht Ressorts teilen. Auch sportlich gibt der FSV eine klare Richtung vor. Es gab neben ein paar Abgängen keinen einzigen Neuzugang. „Wir verlassen uns auf die Leute, die bei uns geblieben sind und sich mit dem Verein identifizieren“, betont Kauer. „Der Kader besteht zu 95 Prozent aus Algermissenern.“

Training parallel

Es gibt drei Mannschaften, die erste und die zweite trainieren parallel, sodass sich jeder beweisen kann. Auch im Jugendbereich sind einige Fortschritte zu verzeichnen. Es gibt zehn Teams, sodass regelmäßig Jugendspieler in die Herren hochgezogen werden können. Die Jungendmannschaften spielen an der Ostpreußenstraße, dem ehemaligen Spielort des FC Algermissen.

Dass Gemeinschaft groß geschrieben wird, merkt man auch bei der Wochenplanung. Am Dienstag trainiert der neue Dartsverein im Klubhaus. Mittwochs gibt es ein Gemeinschaftstraining mit der dritten Herren, den Altherren und Altsenioren. Donnerstags kommen zahlreiche Mitglieder zum Stammtisch vorbei. „Die gemeinsamen Aktivitäten werden gut angenommen“, freut sich Pagel.

Beim ersten Heimspiel der ersten Herren am vergangenen Sonntag waren über 100 Zuschauer da. „Man sieht, dass viele Einwohner gekommen sind, die einfach neugierig waren“, so Käsehage.

Neustart in der 1. Kreisklasse

Gleichwohl hätte der neue FSV Algermissen lieber in der Kreisliga gespielt. Doch nach dem Abstieg des FC in der vergangenen Saison war der Startplatz in der Kreisliga futsch. So muss der Neustart nun in der 1. Kreisklasse gemacht werden.

Wirft man einen genaueren Blick auf die Startaufstellung, lässt sich erkennen, dass das Verhältnis zwischen den alten FC- und SV-Spielern sehr ausgeglichen ist. Zu den Aufstiegsfavoriten zählt die Mannschaft von Trainer Adem Cabuk aber nicht unbedingt.

Nach dem 2:2-Unentschieden zum Auftakt in Bettmar sah es im ersten Heimspiel gegen die DJK Blau-Weiß Hildesheim lange Zeit nicht gut aus. Algermissen lag mit 0:1, 1:2, 2:3 und 3:4 zurück. Doch das Team bewies Moral , drehte die Partie und gewann am Ende mit 6:4. Die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten.

Hinzu kam, dass der langjährige FC-Spieler Philipp Busche nach einer Knieverletzung sein Comeback feiern durfte. Unter dem Strich also eine erfreuliche Heimpremiere des neuen FSV Algermissen.