Hildesheimer Allgemeine Zeitung

So sieht es bei Woolworth im Hohen Weg in Hildesheim aus

Veröffentlicht von Marita Zimmerhof am 13.08.2019.

Hildesheim - In den Gängen vor den schon gut bestückten Regalen stapeln sich prall gefüllte Pappkarton, die allesamt noch ausgepackt und eingeräumt werden müssen. Und schon fährt ein weiterer Transporter vor. Mit der Ameise, einem kleinen Gabelstapler, wuchtet der Fahrer die nächste schwer beladene Euro-Palette heran: Am kommenden Donnerstag will Woolworth im Hohen Weg 36 seine neue Filiale eröffnen – und nach einem Jahrzehnt Pause wieder fester Bestandteil des hiesigen Einzelhandels werden.

Eigentlich hätte der Betrieb schon längst wieder laufen sollen, doch im Frühjahr hatte ein Wasserschaden im Keller die gesamte Rolltreppenanlage, die das Erdgeschoss mit dem Unter- und dem Obergeschoss verbindet, Schachmatt gesetzt. Folge: Die Anlage musste ausgebaut und durch eine neue ersetzt werden. Doch nun steht der Eröffnungstermin: Punkt 9 Uhr sollen sich die Eingangstüren öffnen.

Sortiment auf drei Etagen: Im Untergeschoss gibt es Küchenartikel und Haushaltsbedarf.

„Nahversorger vor Ort“

„Wir sind der Nahversorger vor Ort für die Dinge des täglichen Bedarfs“, definiert Kevin Hoffmann das Konzept. Der 29-jährige Einzelhandelskaufmann aus dem Weserbergland arbeitet seit elf Jahren für das Unternehmen, hat sich von der Aushilfe zum Filialleiter hochgearbeitet. Nun wird er Chef von 15 bis 18 Voll- und Teilzeitbeschäftigten, die an die Glanzzeiten von Woolworth wieder anknüpfen wollen.

Denn an exakt dieser Stelle gab es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schon einmal Woolworth – bis die Kette in wirtschaftliche Schieflage geriet. 2008 wurde die Filiale Hildesheim geschlossen, 41 Beschäftigte verloren ihre Stelle. Vor den neugierigen Augen zahlloser Zaungäste wurde das Fünfziger-Jahre-Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

380 Filialen

Damals versprach Woolworth, baldmöglich nach Hildesheim zurückkehren zu wollen. „Wir sind auf der Suche“, ließ das Unternehmen aus seiner Zentrale in Frankfurt damals verkünden. Doch zunächst versuchten sich an diesem Standort andere Einzelhändler aus der Textilbranche mehr oder minder erfolgreich. 2009 ging der deutsche Zweig von Woolworth in die Insolvenz. Von 310 Filialen blieben nur noch 160 übrig. Inzwischen ist die neue Woolworth GmbH in Unna, die einer Holding gehört, wieder auf Wachstumskurs: 380 Filialen gibt es bereits. „Unser nächstes Ziel sind 500“, sagt Bezirksleiterin Mareen Seibke.

Auf 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet der Händler mehr als 6000 verschiedene Artikel an. Im Erdgeschoss gibt es vorrangig Saisonartikel. Sommer, Sonne, Strand heißt das aktuelle Thema mit Spielzeug, Partyzubehör, Gartengeräten, aber auch Süßwaren und Erfrischungsgetränken, Brillen, Wohnungsdeko und Nützlichem für den nahen Schulstart. Im Untergeschoss haben Geschirr und Gläser, Töpfe und Küchenhelfer ihren Platz. Dazu kommen Kleinelektroartikel, Heimtextilien, Kissen, Fertiggardinen, Garne und Kurzwaren. Woolworth führt sowohl Produkte von Markenherstellern als auch Eigenmarken.

Hohes Gewölbe und riesige Ventilatoren

Das Obergeschoss bietet Oberbekleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys, dazu Wäsche und Schuhe. Inzwischen wechsele die aktuelle Kollektion monatlich, sagt Mareen Seibke. Gerade schlägt Woolworth seinen Kunden Leopardenfell- und Schlangenhaut-Optik vor. Die Dschungel-Muster gibt es nicht nur auf T-Shirts, Jacken und Hosen, sondern sogar auf Gummistiefeln. Schließlich könnte es in diesem Jahr ja doch noch mal regnen.

An der Hallenarchitektur mit dem hohen Tonnengewölbe und den riesigen Deko-Ventilatoren, die noch von den Vorgängern stammen, hat Woolworth festgehalten. Immerhin geben sie dem Obergeschoss ein unverwechselbares Flair. Das Eichenparkett wurde aufgefrischt, Lichtweiß und Steingrau bestimmen jetzt die Farbgestaltung der Verkaufsräume.

„Ein toller Standort“, schwärmt Seibke, die zehn Filialen im Raum Niedersachsen-Harz betreut. Woolworth-Läden gibt es im Umfeld auch in Hannover, Laatzen, Salzgitter, Seesen, Osterode. Allein im nächsten viertel Jahr sind bundesweit elf Neueröffnungen geplant.