Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Söhlde bekommt Jugendpfleger

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 15.05.2019.

Söhlde - Schon seit 2016 wird in der Söhlder Politik über die Gestaltung der kommunalen Jugendarbeit diskutiert. Nun scheint der Weg frei zu sein, um – zumindest für die Dauer von zwei Jahren – einen Jugendpfleger zum 1. Oktober dieses Jahres einzustellen. Der Sozialausschuss der Gemeinde fasste einen entsprechenden Beschluss am Ende zwar einstimmig, doch der drohte kurz zuvor noch wegen eines Scharmützels um haushaltsrechtliche Fragen zu kippen.

Jugendarbeit in Söhlde

Bürgermeister Alexander Huszar hatte gleich zu Beginn der Debatte daran erinnert, dass die Verwaltung auf Initiative des Ratsherrn Uwe Meinhardt (Unabhängige) die evangelische Jugendhilfe Bockenem mit dem Projekt „Koordination für offene Jugendarbeit“ in Söhlde beauftragt hatte. Die Jugendhilfe Bockenem habe dann ein Fachgremium „Offene Kinder- und Jugendarbeit“ mit Vertretern aus dem Rat, der Verwaltung, der Uni sowie der Bürgerschaft gegründet. Dieses Gremium sei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Jugendarbeit in Söhlde ohne die Begleitung eines hauptamtlichen Jugendpflegers nicht sinnvoll sei.

Bereitschaft für Engagement

Warum dem so ist, versuchte anschließend Projektleiter André Kubitza von der Jugendhilfe Bockenem zu erklären. Er stellte zunächst fest, dass die Bereitschaft in weiten Teilen der Söhlder Bevölkerung, sich in der Jugendarbeit zu engagieren, durchaus groß sei. „Es ist aber wichtig, dass dies unter sozialpädagogischer Anleitung durch einen Jugendpfleger geschieht“, betonte er. Wichtig sei aber auch, dass der Jugendpfleger durch eine gute Netzwerkarbeit in der Gemeinde unterstützt wird. „Auf jeden Fall muss ein fester Ansprechpartner her“, unterstrich Meinhardt. Die Gruppe von CDU und Unabhängigen halte eine halbe Stelle für einen Jugendpfleger für tragfähig und werde einen entsprechenden Vorschlag der Verwaltung auch unterstützen. Michael Grajetzky (SPD) war derselben Meinung. „Ich würde es aber sehr begrüßen, wenn die Jugendhilfe Bockenem den Prozess weiter begleitet“, sagte er. Die ursprüngliche Befristung bis zum 30. Juni sollte aufgehoben werden.

Als alles schon in trockenen Tüchern zu sein schien, überraschte Meinhardt plötzlich mit einem Ergänzungsantrag der Gruppe von CDU und Unabhängigen. So lehnte er es ab, dass die halbe Stelle des Jugendpflegers über einen Nachtragshaushalt finanziert wird. Dies sollte nach Ansicht der Gruppe über Umschichtungen im bestehenden Haushalt geschehen. Andernfalls sollten die Mittel im Haushalt 2020 bereitgestellt werden.

Änderung im Stellenplan

Huszar wies dieses Ansinnen zurück. „Wir brauchen eine Änderung im Stellenplan“, stellte er klar. Dies sei aber nur über einen Nachtragshaushalt möglich. Die Finanzierung könne indes haushaltsneutral über Umschichtungen erfolgen. „Wenn wir die Änderung des Stellenplans aber erst im Haushalt 2020 vornehmen, verschiebt sich die Angelegenheit um ein halbes Jahr“, so der Verwaltungschef.

Erst nach einer Sitzungsunterbrechung war die Gruppe schließlich bereit, die Voraussetzungen für die Einstellung eines Jugendpflegers im Rahmen eines Nachtragsetats zu schaffen. „Der darf aber ausschließlich für die Änderung des Stellenplans genutzt werden“, forderte Meinhardt.