Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Stadt verteilt Geld: Mehr für Kultur, Sport, Soziales

Veröffentlicht von Rainer Breda am 12.09.2018.

Hildesheim - Auf diese Liste haben viele Einrichtungen aus den Bereichen Kultur, Sport und Soziales in Hildesheim gewartet: Oberbürgermeister Ingo Meyer hat am Dienstagabend im Finanzausschuss erläutert, wie das Rathaus die halbe Million Euro verteilen möchte, die das Land der Stadt an sogenannten freiwilligen Leistungen zusätzlich genehmigt hat. Bislang stehen dafür 12,6 Millionen Euro zur Verfügung, künftig sollen es 13,1 Millionen Euro sein.

Wie wichtig Meyer die Sache war, zeigte allein die Tatsache, dass er sich persönlich in den Finanzausschuss bemühte. Nach den Vorstellungen der Verwaltung sollen rund 40 Empfänger von dem Geldsegen profitieren.

Die dicksten Brocken sollen an das Roemer- und Pelizaeus-Museum und die Marketing-Gesellschaft gehen: Sie möchte der OB mit jeweils 100.000 Euro unterstützen. Beide seien wichtige Einrichtungen für die Stadt, durch deren Sparkurs in Folge des Entschuldungsvertrages mit dem Land aber seit Jahren „strukturell unterfinanziert“. Die Musikschule soll mit 60.800 Euro zusätzlich bedacht werden. Für die Kulturfabrik sind 25.000 Euro mehr vorgesehen, für das Theaterhaus 10.000 Euro.

Rund 20 soziale Einrichtungen sollen jeweils zehn Prozent mehr Geld als bisher bekommen – was das konkret bedeutet, hängt also davon ab, wie viel die Stadt ihnen aktuell zahlt. Für den Sport will der OB zwei neue Fördertöpfe auflegen: Einen mit 17.500 Euro, der jene Klubs unterstützen soll, die durch die Einführungen der Hallengebühren zum neuen Jahr Hilfe brauchen, einen zweiten mit 20.000 Euro für stadtteilbezogene Sportförderung.

Viele Einrichtungen in Hildesheim hätten durch den Entschuldungsvertrag mit dem Land geblutet, räumte Meyer ein. Die Stadt wolle ihr Leid nun zumindest mindern und ihnen zum Beispiel ermöglichen, ihre Mitarbeitern Tariferhöhungen zu zahlen. Allerdings ließen sich mit den 500.000 Euro nicht alle Wünsche erfüllen: „Es wird Enttäuschungen geben – das ist klar.“ So hatte zum Beispiel die Kulturfabrik eigentlich auf 50.000 Euro zusätzlich gehofft.