Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Stadt will Fitness-Angebote für die Trinkerszene

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.09.2019.

Hildesheim - Wie kann die Stadt positiven Einfluss auf die Drogen- und Trinkerszene nehmen? Bedarf für neue, große Projekte sieht die Verwaltung zwar wie berichtet nicht. Dennoch hat Sozialamtschef Jürgen Blume im Sozialausschuss am Dienstagabend zwei Ideen vorgestellt, die helfen sollen – ohne dass andere sozialen Vorhaben darunter leiden.

Ein Ansatz ist die Möglichkeit für Mitglieder der Szene, Fitness unter Anleitung zu betreiben. Dabei gehe es nicht um Körperkult, betonte Blume. Vielmehr solle ein Ausdauerprogramm angeboten werden, das die Gesundheit stärke. Die Kosten für das Projekt, das zunächst für ein halbes Jahr getestet werden soll, beliefen sich auf 5000 Euro. Zur Finanzierung stehe die Stadt in Kontakt mit der Johannishofstiftung.

Wird Projekt Wallstraße ausgeweitet?

Ebenfalls über die Stiftung könnte das Projekt Wallstraße ausgeweitet werden. Das liegt vor allem in den Händen der Drogenhilfe; es richtet sich an Menschen, die sich beispielsweise an der Jakobikirche treffen. Diese werden bisher an zwei Tagen der Woche angeleitet, um die Stadt zu säubern. Nun soll das Angebot vor allem zeitlich, aber auch inhaltlich ausgeweitet werden. Das brächte eine Kostensteigerung von bisher 23 000 Euro auf künftig 45 000 Euro mit sich.

AfD-Fraktionschef Ralf Kriesinger erkundigte sich, wie die Stadt denn mit Blick auf die Drogen- und Trinkenszene auf „Störungen aus Sicht der Bürger“ reagiere. Hiermit meinte er zum Beispiel unflätiges Verhalten wie wildes Urinieren. Sozialdezernent Malte Spitzer erklärte: „In diesem Ausschuss geht es darum, was die Stadt über soziale Projekte erreichen kann.“ Der Bereich Ordnung spiele keine Rolle. Das sei eine Angelegenheit des Stadtordnungsdienstes, ergänzte Blume.

Am Ende stimmten die Ausschuss-Mitglieder geschlossen für die Vorlage und empfahlen, den Ansatz wie vorgestellt zu verabschieden. Der Rat muss dann letztlich die Entscheidung treffen.

Um ein weiteres Thema aus dem Ausschuss am Dienstagabend geht es hier.